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Erstes Capitel.
aufgefunden worden ist, aber schon dem indischen GrammatikerPänini bekannt war und in den epischen Gedichten als ein streitbarerllischi häufig genannt wird (Ram. I. 31. 10 ed. Gorr. Vishnupuränap. 123). Ich kann mich über ihn um so mehr kurz fassen, als ichden Zusammenhang der Sage von Keretjä^pa im Avesta mit dem Sämder spätem Periode schon anderswo nachgewiesen habe*) und dieindischen Notizen über Kri§ä§va bis jetzt noch zu spärlich sind, alsdass man weitere Vergleichungspunkte finden könnte.
Zu diesen drei Persönlichkeiten kann man nun noch eine viertefügen, den Kava U?, oder Kävya U§anas derVeden. Es ist diesder später sogenannte Kaus der Persersage. Leider sind der Sagenvon Kava U<) so wenige und diese wenigen so kurz angedeutet,dass ich wenigstens mir nicht getraue, den Zusammenhang nähernachzuweisen. (Cf. Weber, Väjasan. spec. II. p. 68.)
An diese Identität von Personen fügt sich nun noch die Identitätbedeutsamer Gebräuche. Wir wollen derer hier nur zwei erwähnen,genauere Erforschung persischer Liturgie wird derer gewiss nochmehrere zum Vorschein bringen — das Soma oder Homaopfer unddie Einweihungsceremonie, die Aufnahme in den Kreis des indischenund persischen Volkes. Ueber den Soma- oder Ilaomakultus könnenwir uns kurz fassen, da das Wesentliche schon von Herrn General-vikar Windischmann in München trefflich nachgewiesen worden ist 1 2 ).Es finden sich wesentliche Uebereinstimmungen, nicht blos im Ein-zelnen, sondern auch im Ganzen. In beiden Religionen ist Somaoder der damit identische Haöma der Name einer Pflanze, derenSaft, verbunden mit gewissen religiösen Gebräuchen, ausgepresstund getrunken wird, in beiden ist er aber auch ein Gott. In derFassung im Einzelnen haben nun Soma und Haöma noch eine grosseAnzahl von Beiwörtern gemeinschaftlich, welche deutlich beweisen,wie kurz erst dieser Cult getrennt worden ist. — Die Aufnahme inden heiligen Verband geschieht bei beiden Völkern durch Bekleidungmit einem Gürtel oder Schnur. Diese Umgürtung ist bei dem Brah-mauen zu vollziehen im achten Jahre nach der Geburt oder der Em-pfängniss, bei dem Khshatriya im elften, beim Vaicya im zwölf-ten. Jedoch ist die Zeit zu dieser Umgürtung nicht vorbei für den
1) Zeitschr. der D. M. G. III. p. 244 ff. p. 467. Parsigrammatik p. 196.
2) Ueber den Somacultus der Arier. Abhandlungen der 1. Classe derK. B.Academie der Wissenschaften IV. 2.