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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
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Erstes Capitel.

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vollkommen identisch gewesen sein, wiewol es in der Natur derSache liegt, dass sieh im Laule der Zeit diese Aehnlichkeit mehroder weniger verwischt hat. Eine solche Persönlichkeit, deren Iden-tität am frühesten aufgefalleii ist 1 ), ist derYama der Inder, derYima der Perser. Schon in den Vedas und Üpanishads ist Yama derKönig der Todten. Er bewohnt eine besondere Welt, wo er die Un-sterblichen um sich versammelt. Auch hei den alten Indern ist seineWelt nicht eine Welt des Schreckens, seine Räume sind lichtvoll, esherrscht dort Fröhlichkeit, Freude, Lust und Entzücken 2 ). In Iranist Yima ein glücklicher Herrscher, unter dessen Regierung es wederTod noch Krankheit gab. Nachdem er eine Zeitlang Glück und Un-sterblichkeit auf der Welt verbreitet hat, muss er sich mit seinenSchaaren auf einen engeren Raum zurückziehen, wegen der Uebel,welche die Welt bedrohen. Hierin liegt, meiner Ansicht nach, derAnknüpfungspunkt für beide Sagen. Der Inder nimmt Yama einfachals den König der Todten oder wenigstens der Seligen; der Perserschränkt die Zahl der Seligen auf eine bestimmte Zahl ein, welcheauserkoren sind, mit Yima zusammen zu leben 3 4 ).

Eine zweite berühmte Person der persischen Heldensage, welchein den Vedas vorkommt, ist Thraetaönö, der Nachkomme desAlhwya, derFredun oderFeridun der späteren Periode, mit welchemder T rita der Vedas verwandt ist. Trita ist der Sohn des Äptya,er kämpft nach vedischen Aussagen mit einer Schlange, er schlugeinen dreiköpfigen Drachen mit sieben Schwänzen und befreite dieRinder. Ganz ähnlich Thraetaönö, er erschlägt eine verderblicheSchlange mit drei Rachen, drei Gürteln, sechs Schwänzen und tau-send Kräften 71 ).

Eine dritte Gestalt, die in beiden Sagenkreisen nachweisbar ist,ist die des Qäma Kere^ä^pa, des männlich gesinnten, welcherder Kritjäsva der Inder ist, der zwar in den Vedas noch nicht

1) cf. Bopp. ad Nal. p. 203.

2) Die vedischen Stellen linden sich angeführt in R. Roths Abhandlungüber Yima, Zeitschr. der deutschen morgenländischen Gesellschaft IV. p. 426 lf.In den Upanischaden besonders in der Kalbaka-Upanischad.

3) Cf. unten die Note zuFarg. II. §.47. Vielleicht ist die Ansicht der spä-tem Parsen, welche dort angeführt wird, doch die richtige, da sie sowol in derHuzväreschübersetzung, als im Minokhired und im däinäsp-näme vorkommt.

4) Cf. R. Roth, Die Sage von Feriduu in Indien und Iran. Z. derD. M. G.II. 216 lf.