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Erstes Capitel.
Auch im Avesta hat airya und anairya noch seine Bedeutung gehabt,anairya in der BedeutungNingesetzlich, schlecht, findet sich Farg. I.72. und noch in der spätem Pärsisprache findet sich ermaneshn,ertan in der Bedeutung guter Geist, guter Körper (vinayamanah,vinayatanuh bei Neriosengh. Mkh. pp. 228. 28.), dagegen aneri inder Bedeutung Ungesetzlichkeit (anädegacharitd Ner. Mkh. p. 198).Es ist aber ausgemacht, dass dieser arische Völkerstamm, aus demsich später Inder und Perser abgetrennt haben, weder in Indien nochin Persien in dieser Gemeinschaft gelebt haben kann. Dass die Inder,welche das Sanskrit reden, nicht Autochthonen sind, ist als ausge-macht zu betrachten. Die ältesten Sitze der Inder, die erwähnt wer-den, sind ins Penschäb zu verlegen (cf. die Note zu Farg. I. 74),von da sind sie, wie spätere Bücher beweisen, weiter gegen Ostenfortgerückt, erst bis an die Sarasvati, dann haben sie sich durch dasganze nördliche Indien verbreitet, erst spät in das südliche 1 ). Diepersischen Sagen aber führen ebenso bestimmt aufeinUrland im Nor-den hin. Man vergleiche unten die Einleitung zum ersten Fargard.
Wir haben schon oben gesagt, dass bei der durchgängigenGleichheit der Verwandtschaftsnamen, in den vielen Berührungen inden Namen einzelner Arten von Vieh und Ackergeräthe, nur sehrwenig gemeinschaftliches Gut in Beziehung auf die Götterlehre zufinden sei. Anj»weitesten verbreitet ist die allgemeine BezeichnungGottes als.eines Leuchtenden aus der alten Wurzel div oder dyu,leuchten, gebildet. Hiervon stammt sanskrit devas, lateinisch deus 2 ),litthauiseh dievas, germanisch Zio und Tyr, griechisch Zeug, undauch Jupiter (aus Diespiter). Das altpersische daeva gehört zu der-selben Wurzel, hat aber — wir werden unten sehen aus welchenGründen — eine etwas verschiedene Bedeutung. Nähere mytholo-gische Berührungen finden sich nur bei einzelnen Zweigen des indo-germanischen Stammes, so bei Griechen und Römern und vor Allembei Indern und Persern. Eine Reihe von Persönlichkeiten sind in denVedas sowol als im Avesta dieselben, sie müssen auch ursprünglich
1) Man vergl. die Stellen, welche die Wohnsitze des indischen Volkesnoch mit bestimmten Worten an die Sarasvati verlegen, bei Weber, Ind. Sta-dien I. [i. 34 ff. Manu II. 22 nennt alles Land, das zwischen dem Himälaya unddem Vindhya liegt Aryavarta.
2) Cf. Lassen ind. Alterlhk. I. p. 755. Das griechische O-eög ziehe ich mitF. Windischmaun zur Wurzel dh ä.