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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
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Erstes Capitel.

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Verwandtschaft lässt sich daraus erklären, dass einzelne dieser Völ-kerstämme länger noch zusammen blieben, während die anderensich schon getrennt halten. So haben z. B. Römer und Griechenhinsichtlich ihrer Sprache und Anschauungen vieles gemein, welchesnicht aus jener allgemeinen Urverwandtschaft erklärt werden kann.Nirgends aber ist diese Verwandtschaft auffallender und inniger alszwischen Indern und Persern. Inder und Perser müssen nach ihremAuszuge aus dem gemeinschaftlichen Urlande noch lange zusammen-geblieben sein, sprachliche und mythologische Gründe zeigen diesdeutlich. Die drei altpersischen Dialecle, die wir kennen,dasAltpersische der Keilinschriften, das Altpersische des zweiten Theilesdes Yatjna und die Sprache der übrigen Theile des Avesta allediese Dialecte sind mit der ältesten indischen Sprache, mit dem Sans-krit, wie es in den heiligen Schriften der Inder vorliegt, so genauverwandt, dass sie alle fast nur Dialecte einer und derselben Sprachegenannt werden können. Nicht weniger sprechen andere, besondersmythologische Gründe für die lange Zusammengehörigkeit der beidenVölker. Wichtig ist vor Allem, dass beide sich mit demselben Namenbenennen. Arya, ehrwürdig in der gewöhnlichen Sprache, abzuleitenvon arya in den Vedas Herr (svämi bei Sayana ad Rigv. XXXIII. 3),ist der gebräuchlichste und alterthiimlichste Name des indischen Vol-kes (Rigv. 51. 8. Samaved. I. 1. 1. 5. und überj^iupt Benfey imGlossar zum Säma-veda, Manu II. 22. X. 45). Der Gegensatz gegenArya ist bei den Indern Mlechchha, was einen unreinen Barbarenbezeichnet. Ganz ebenso bei den Persern. Arya muss nach persi-schen Lautgesetzen zu airya werden, ein Name mit welchem diePerser sich längst bezeichneten und woraus das neuere Iran entstan-den ist 1 ), ein Name den schon Ilerodot kennen lernte 2 ) und die-sem airya wird ein anairya, das nichtiränische, entgegengesetzt 3 ).Arya kommt in der Sanskritsprache von der Wurzel ri, gehen, undbedeutet wol ursprünglich ,,der zu besuchende, der Lehrer 4 ).

1) Cf. Burnouf Commentaire sur le YagnaNot. etEcl. p. XVII. LXI. eic.Verschieden davon ist Ariana im engeren Sinne, ef. Strabo XV. 2. de Sacy ,Memoires sur diu. antiquites de la Perse p. 48. In den Keitinschriften Ariya.ariya. chitra. (nach Rawlinson) toschr. von Nakhsi Rustam I. 14.

2) Her. VII. 62- ixaXiovxo de nciXai ngbg navxtov xigioi.

3) Burnouf l. c. p. LXII. bei den Griechen IdvagCaxa, de Sacy l. c.p. 55 ff.

4) Lassen, Indische Alterthumskuude I. p. 5 not.