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Einleitung.
verwandt sei. Diese Entdeckung ward von der ganzen gelehrten Weltmit Jubel aufgenommen; nicht blos in England, auch in Deutschlandund Frankreich wurde das Studium der nitindischen Literatur mitInteresse betrieben, theils um der Sprache willen, die immer mehrAufklärungen über die Gesetze der Sprachen Europas gab, theils umdie Literatur kennen zu lernen, die eine sehr bedeutende Stellung inder allgemeinen Cullurgeschichle einzunehmen befugt war. DieFrüchte dieser Studien liegen jetzt schon grossentheils zu Tage. Einnicht unbedeutender Theil der indischen Literatur von ihren frühe-sten Anfängen bis zu ihrem Verfalle liegt gedruckt vor uns. DasWesen der Sanskritsprache ist durch das Studium der Literatur undder nationalen Grammatiker näher erforscht, das Verhältniss dersel-ben zu. den europäischen und asiatischen Schwester- und Tochter-sprachen ist festgestellt und die Gesetze der Vergleichung durch dieBemühungen von Bopp, Polt, Curtius u. A. genau geregelt worden.
Hat aber die Bekanntschaft mit der Sanskritsprache dazu bei-getragen , mehr Licht in manche Theile der europäischen Philologiezu bringen, bat sie nicht nur auf einzelne Punkte der Grammatikumgeslaltend gewirkt, sondern auch die Sprachansichten im Ganzengeändert, so sind doch alle diese Verdienste, gross wie sie sind, kleinzu nennen gegen das, was die Kenntniss dieser Sprache auf dem Ge-biete der allpersischen Philologie gefördert hat. Die Sanskritphilo-logie und die mit ihr so enge verbundene vergleichende Sprachwis-senschaft hat auf dem Gebiete des allen Persien ihre schönstenTriumphe gefeiert. Zwei Sprachen, deren Kenntniss für die Welt sogut als verloren war, und die auf einem anderen Wege unmöglichhätten wieder gewonnen werden können, sind mit Hülfe des Sanskritwieder in den Bereich unseres Wissens gezogen worden, zugleichmit ihnen eine Anzahl von Literaturdenkmälern, welche schon ingetrübter Gestalt das Interesse der Alterlhumsforscher in hohemGrade erregt haben und die, wenn einmal richtig erforscht, noch vielLicht auf die älteste Geschichte des Menschengeschlechtes werfenwerden. Noch ist die altpersische Philologie nicht im Stande, diereichen Hülfsquellen der indischen Schwestersprache irgendwie zuentrathen. Ist es nun auch der Zweck der nachfolgenden Blätter,neue Hülfsquellen nachzuweisen, überhaupt der persischen Philologieeine mehr selbstständige Stellung anzubahnen, damit sie auch indieser Hinsicht nicht hinter ihren Schwestersprachen zurückstehe,nie wird sie es vergessen dürfen, dass es die indische Philologie vorAllem war, die dazu diente, ihr den angemessenen Rang und Aner-kennung zu verschaffen.