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1 (1852) Der Vendidad
Entstehung
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Vorrede.

wir bauen können. Man mag von der traditionellen Ansichtaus zu einer freieren und den Anforderungen europäischerPhilologie mehr entsprechenden Auffassung fortschreiten,aber nicht umgekehrt zuerst luftige Hypothesen bauen, umsich dann zuletzt mit Beschämung gestehen zu müssen,dass dieselben unhaltbar und die traditionelle Auffassungdie bessere sei. Die traditionelle parsische Auffassung habeich nun vorzugsweise aus der älteren Huzväresch - Ueber-setzung geschöpft und, wo mein Verständniss derselbennicht ausreichte, die Angabe neuerer Parsen zu Rathegezogen, welche in der ursprünglichen handschriftlichenUebersetzung Anquetils niedergelegt sind und deren Mit-theilung ich, wie so vieles Andere, der Gute des HerrnEtatsraths J. Olshausen in Kiel verdanke. Eine eigeneUebersetzung habe ich nur dann versucht, wenn entwederdie Fehlerhaftigkeit oder Willkührlichkeit der Tradition aufder Hand lag oder wo es durchaus nicht möglich war, denSinn der alten Uebersetzung zu finden. Die wichtigerenFälle habe ich in den Noten angegeben, alle Einzelnheitenzu rechtfertigen würde die Gränzen der Noten weit über-schritten haben und wäre vielmehr Sache eines ausführ-lichen Commentars, den ich später der Uebersetzung folgenzu lassen nicht abgeneigt wäre, wenn sich ein solcher alsein wesentliches Bedürfniss heraussteilen würde.

Den Leser noch besonders für etwaige Missverständ-nisse und unrichtige Auffassungen um Entschuldigung zubitten, werde ich wol nicht nöthig haben. Wer bedenkt,wie viele zweifelhafte Stellen wir noch in den hebräischenUrkunden finden, nach dem Aufwande von ungleich grös-seren Kräften und Hülfsmitteln, der wird von einem erstenUebersetzer des AVesta nicht verlangen, dass seine Arbeiteine in allen Stücken vollendete sein solle. Das Studiumdes Avesta hat oft mehr Aehnlichkeit mit einer Entzifferung