VORREDE
Indem ich hier den ersten Band meiner Uebertragungder altpersischen Religionsbücher der Oeffentlichkeit über-gebe, wird es nöthig sein, über den Zweck und Anlagedieser Uebersetzung einige einleitende Worte vorauszu-senden. Sie stützt sich auf meine Ansichten über die Tra-dition der Parsen und die von ihr zu machende Anwen-dung, wie ich dieselben bereits vor fünf Jahren im erstenBande der Zeitschrift der Deutschen morgenländischenGesellschaft dargelegt habe und auch heute noch festhalte.Nach meiner festen Ueberzeugung kann Anquetil’s franzö-sische Uebersetzung des Avesta nicht als der Ausdruck derpersischen Tradition angesehen werden und es muss die-selbe vielmehr bis jetzt lediglich aus den Quellen studirtwerden. Ich habe die Tradition zur Grundlage meinerUebersetzung gemacht, nicht, weil ich sie etwa in alleneinzelnen Fällen für unfehlbar halte, wol aber weil ichglaube, dass sie im Ganzen treu ist und viele beachtens-werthe Erklärungen giebt, dann, weil ich sie auf demStandpunkte, auf welchem jetzt die altpersischen Studienstehen, für die einzig sichere Grundlage ansehe, auf welche