entkleidung noch mehr beschleunigt, und es blieb schließlich nurder Begriff eines höchsten Wesens übrig, das zwar vielleichtimmer noch mit seinen alten und oft nicht weiter mehr ver-ständlichen Namen benannt wurde, aber in Wirklichkeit dashöchste Ideal des Unendlichen als Vater, Schöpfer und liebe-voller Erhalter und Regierer der ganzen Welt darstellte. Waswir selbst unseren Glauben an Gott den Vater nennen, ist dasletzte Resultat dieser unaufhaltsamen Entwickelung des mensch-lichen Denkens." (Natürliche Religion, S. 553). In diesem Sinnehat unser Gewährsmann in seinem letzten Werke eine Ent-wickelungsgeschichte des Feuers bei den Indern, wie er es selbstnennt, eine Biographie geliefert, von den ersten, rein äußerenBeziehungen an (als Sonne und Feuer auf Erden) bis zu denhöchsten und feinsten philosophischen Abstraktionen hin, wo Agnials Schöpfer, Lenker und Richter der Welt gefaßt wird. Der-selbe mythologische Prozeß wird nun auch in anderen Religions-systemen untersucht, so vor allem im Parsismus, dieser so be-sonders dualistischen Weltanschauung, oder bei den Aegyptern;andererseits unterstehen auch die übrigen mythologischen Schöpfungenderselben genetisch-psychologischen Perspektive, die sich auf allenStufen des religiösen Empfindens trotz aller rassenhafter Unter-schiede als die gleichartige erweist. Damit eröffnet sich für unsauch der Einblick in die gesetzmäßige Entwickelung der für diesenganzen Horizont so maßgebenden Gegensätze des Natürlichenund Unnatürlichen oder, besser gesagt, Uebernatürlichen; für dieprimitive, naive Auffassung verläuft nämlich nichts nach dermechanischen Ordnung, unter der wir die Dinge zu betrachtenpflegen, vielmehr ist die Umgebung des Menschen der weiteTummelplatz aller möglichen Geister und Dämonen. Die Naturist in dieser Beziehung, wie Max Müller sehr richtig bemerkt,die größte Ueberraschung, ein Schreckbild, ein stehendes Wunder,und nur vermöge einer sehr langwierigen und schmierigen logischen
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