ton unter der einsichtsvollen Leitung von Powell ist mit Erfolgbestrebt, alle werthvollen Schätze der indianischen, unter demzerstörenden Einfluß europäischer Kultur unrettbar dahin-schwindenden Vorwelt kommenden Generationen zu sichern.Nebenbei wollen wir bemerken, daß diese anthropologischenForschungen, welche freilich, wie das in der Natur der Sacheliegt, mit sprachlichen Untersuchungen Hand in Hand gingen,auch nach anderen Richtungen die weitgehendsten Erfolge zeitigten,indem sie z. B. auf die Entstehung und Entwickelung der Ehe,die Bedeutung bestimmter religiöser Vorstellungen, wie das Tabuu. s. w., ein ganz überraschendes Licht warfen. Daß aber auchfür mythologische Zwecke im besonderen diese Arbeit nichtumsonst ist, hat Müller mit Recht betont, um so mehr, als erspeziell sich verschiedentlich um genaue ethnologische Aufnahmenan die betreffenden Kolonialämter gewandt hatte: „Allerdings
hat der Versuch, zur Erforschung der Sprachen, Sitten undReligionen uncivilisirter Volksstämme aufzumuntern, uns bis-weilen in den Verdacht gebracht, als überschätzten wir die Wichtig-keit der sich aus solchen Untersuchungen vermuthlich ergebendenResultate. Es läßt sich auch nicht leugnen, daß derartige Unter-suchungen oft nur zu einer Zusammenstellung merkwürdigerThatsachen führen, die, wenn sie sich nicht aus sich selbst erklärenoder zur Erklärung anderer Thatsachen verwenden lassen, vondem großen Publikum für Schutt und Schlackenwerk gehaltenwerden. Werden sie jedoch in gehöriger Weise gesichtet undklassifizirt, so sind aus solchem Schutt und Schlackenwerk schondie werthvollsten Goldkörner gewonnen worden. Wer daranzweifelt, braucht nur das eine wahrhaft klassische Werk vonWaitz: Anthropologie der Naturvölker, zu lesen, um zu sehen,wie vieles sich hier zwar nicht von „Wilden", wohl aber vonden Naturvölkern, wie jener große Gelehrte sie richtig benennt,lernen läßt." (S. 490.)