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Max Müller und die vergleichende Religionswissenschaft
Entstehung
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Höhlung in seinem Felde riß, was konnte er anders sagen,als der Gräber hat eine Grube gegraben? Sah er den Winddie dürren Baumzweige aneinanderreiben, bis sie Feuer fingen,was konnte er anders sagen, als der Reiber, den er möglicher-weise Prometheus, im Sanskrit ^ramautba, nannte, hat Feuerherausgerieben, bis die Funken stoben? Was wir jetzt Blitznennen, war auf dieser Stufe des Denkens das hie und daZerreißende, Grabende, Sprengende, Funkelnde. Was wir jetztSturm oder Wind nennen, war für die ältesten Sprach- undGedankenbildner das hie und da Zerschmetternde, Reibende,Heulende, Blasende." (S. 373.)

Bei weitem aber fruchtbarer, als die bloß formale sprach-liche Untersuchung ist für die Erklärung des Wachsthumsreligiöser Ideen das Studium der vergleichenden Mythologie,wie sie ganz besonders unter den Ausspizien der modernenSprachwissenschaft entstanden ist. Nachdem der beschränkte Bodender griechisch-römischen Kultur verlassen wurde, und man zu demumfassenden Bilde einer indogermanischen Gesittung sich auf-schwang so zweifelhaft auch einzelne Züge in dieser Schilderungimmerhin sein mochten, mußten sich dem erstaunten Blickemit logischer Konsequenz bestimmte, große Gesetze für diesengroßartigen Prozeß erschließen, die als das Grundschemamythologischer Vorstellungen überhaupt gelten konnten. Ja,durch die epochemachenden Entdeckungen der modernen Völker-kunde ergaben sich Parallelen und Beziehungen zwischen Völker-schaften, wo jeder Zusammenhang der Rasse und auch dergeschichtlichen Ueberlieferung offenbar fehlte, und wo in derThat der allgemein menschliche Trieb der mythologischen Phantasieder gemeinsame Faktor für dieses ganze so verwickelte Getriebewar. Daß gerade unser Gewährsmann, wie wenige andere,dazu berufen war, diese Erhebung der ursprünglich nur aufeinen engen Kreis beschränkten Forschung zu einer großartigen,

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