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Max Müller und die vergleichende Religionswissenschaft
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sie oft von dem kleinen Talent'gemacht, das ihnen anvertrautwar." (S. 264.)

Haben wir nach dieser Umschau den richtigen Standpunktzur Beurtheilung aller der schwierigen Streitfragen eingenommen,die uns in der Folge beschäftigen werden, so bedarf es zweitensder kritischen Auswahl des zuständigen Materials für unsereUntersuchungen. Die erste und für unseren Gelehrten aus be-greiflichen Gründen überreiche Fundgrube eröffnet uns dieSprache, die uns einen unmittelbaren Einblick in die Ent-Wickelung des menschlichen Geistes gestattet. Es würde an dieserStelle zu weit führen, die Anschauung Müllers von dem Ursprungder Sprache im Derail auseinanderzusetzen, es mag genügen,wenn wir bemerken, daß er mit seinem Anhänger L. Noirö alsdie ursprünglichste geistige Bethätigung im menschlichen Sprecheneine gewisse unbewußte Uebertragung der persönlichen Gefühleund Strebungen auf die Dinge der Außenwelt annimmt, einenVorgang, den er als dynamische Stufe bezeichnet und die ergelegentlich so schildert:Von der größten Wichtigkeit ist esdaß wir, wie bei der Bildung der ersten Begriffe, so auch hierbei der ersten Bildung der Mythologie, die eigentlich nur einevöllig natürliche Entwickelungsstufe des Denkens und fast einZwang seitens der Sprache ist, den unvermeidlichen und noth-wendigen Charakter dieser Erscheinung deutlich erkennen. Bisdahin kannte der Mensch nur eine Art des Seins, nämlich seineeigene, nur eine Art der Sprache, nämlich die, welche seineeigenen subjektiven Thätigkeiten und seine eigenen subjektivenZustände und diejenigen seiner mitarbeitenden Genossen ausdrückte.Was konnte er also von den äußeren Objekten anderes prä-diziren, als eine Art der Thätigkeit, gleich der seinen, und wasfür eine andere Sprache hätte er auf sie anwenden sollen, alsdie, welche er sich zum Ausdruck seiner eigenen Thätigkeiten undZustände gebildet halte? Wenn er sah, wie der Blitz eine

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