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Max Müller und die vergleichende Religionswissenschaft
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schaft zu den Naturwissenschaften zu rechnen, aber andererseitsgehört sie auch dem Zweige der historischen Disziplinen an,und das vorzugsweise deshalb, weil sie nicht mit allgemeinenErklärungen und einen apriorischen Schema operirt, sondernsich thunlichst auf bestimmte geschichtliche Dokumente stützt, diesie ihrer Erklärung zu Grunde legt. Nur muß zugleich dieganze Untersuchung, indem sie die Eigenthümlichkeiten bestimmterreligiöser Jdeenkreise erörtert, auf die Begründung der

gleichartigen Züge, der maßgebenden Analogien, bedacht sein;nur in dieser Ergänzung und Vertiefung des geschichtlichenStandpunktes durch die Vergleichung beruht der wahre Fortschrittwissenschaftlicher Erkenntniß, den unser Gewährsmann mit fol-genden Worten schildert:Wenn ich die Nothwendigkeit eines

historischen und vergleichenden Studiums der Religion betoneoder es als die beste Einleitung und Vorbereitung für dasStudium der sogen. Religionsphilosophie hinzustellen wage,so gehe ich dabei von der Ansicht aus, daß es uns mit demGegenstände vertraut macht, unsere Kräfte erhöht und jene ruhigerwägende Stimmung des Richters in uns hervorruft, die fürdie Behandlung religiöser Probleme so wesentlich ist. Welche Auf-schlüsse die Philosophie uns in der Folge noch geben mag, eswird sich von weitgehendem Nutzen erweisen, inzwischen aus derGeschichte wenigstens eine so elementare Lehre zu ziehen, wie die,daß eine Meinung noch nicht einfach deshalb wahr ist, weil sieentweder von den bedeutendsten Geistern oder von der Majoritätmenschlicher Wesen in den verschiedenen Perioden der Welt-geschichte vertreten wurde. Niemand kann sich jahrelang demStudium der Religionen der Welt, von den niedersten angefangenbis zu den höchsten, widmen, Niemand kann die Reinheitreligiösen Strebens, die Wärme religiöser Empfindung, denAdel religiöser Lebensführung bei den verschiedenen Völkern,die wir Heiden oder Wilde zu nennen schnell bei der Hand

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