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zu umkleiden, um sich darauf als unfehlbare, außer dem Bereicheder menschlichen Vernunft liegende Beweisquelle berufen zukönnen." (S. 545.) Diese angeborene religiöse Vorstellunggliedert sich in drei Formen, je nach dem Gegenstände, auf densie sich erstreckt, nämlich als physische, sofern sie die Natur,als anthropologische, insofern sie den Menschen, und alspsychologische, sofern sie das Selbst, das innere Wesen desMenschen betrifft.
Ehe wir nun unsere Aufmerksamkeit auf die Methode richten,welche die vergleichende Religionswissenschaft ihren Untersuchungenzu Grunde legt, bedarf es der Erörterung einiger nicht unwichtigerVorfragen; es gilt vor allem, den richtigen Standpunkt zuerfassen, von dem aus die sämtlichen Probleme ihrer Lösungnäher gebracht werden können. Es wurde oben schon erwähnt,daß infolge genauerer Forschungen und andererseits auch infolgeeiner vorurtheilsfreieren Auffassung überhaupt das früher sohartnäckig verfochtetene Dogma über die angebliche Religions-losigkeit mancher Völkerschaften mit minder starker Zuversichtvorgetragen wird; es beginnt sich vielmehr immer mehr dieUeberzeugung Bahn zu brechen, daß wir es hier ebensogutwie beim Recht, der Sitte, der Kunst u. s. w. mit einer organischenSchöpfung des menschlichen Geistes zu thun haben, die also, keim-artig, unter Verhüllungen und manchmal auch entstellt und ver-kümmert, überall vorhanden ist, wo wir eine soziale Gliederungunseres Geschlechtes antreffen. Es versteht sich von selbst, daßauch unser Gewährsmann diesen Standpunkt theilt, ja, erbezeichnet geradezu nicht mit Unrecht die Religion als eine Psycho-logische Nothwendigkeit. Die erfahrungsgemäße Bestätigungist vielfach deshalb lange Zeit ausgeblieben, weil leider auch fürAnthropologen und Reisende, denen es doch in erster Linie aufdie nüchterne Konstatirung von Thatsachen ankommen sollte,gewisse vorgefaßte Meinungen und Ansichten bestimmend gewesen
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