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von einer derartigen plötzlichen, übernatürlichen, den organischenZusammenhang des Geschehens durchbrechenden Erleuchtungnicht die Rede sein; nur als immanenter, in der Brust einzelner,besonders hervorragender Geister sich vollziehender Prozeß kannderselbe sür uns noch glaubhaft erscheinen. Andererseits ist esauch der Unterschied zu den in bestimmter schriftlicher Ueber-lieferung vorliegenden Religionen, der dadurch angedeutet werdensoll; es ist die religiöse Anlage, die treibende innere Kraft desEmpfindens und Fühlens, die sich ihren entsprechenden Ausdrucksuchen in den Bildern und Formen ihrer gestaltenden Phantasie.Dieser Gesichtspunkt wird unter Anlehnung an ein Gespräch,das ein Schwarzfuß - Indianer mit einem christlichen Missionarhatte, noch weiter entwickelt: „Diese Religion nun, die sich inKopf und Herz, in dem Himmelsgewölbe, in den Felsen, Flüssenund Bergen findet, ist das, was wir natürliche Religionnennen. Sie wurzelt in der Natur, in der menschlichen Natur,die uns zugleich der Schleier und die Entschleierung oder Offen-barung des Göttlichen ist. Sie kennt keinen Zwang, entwickeltsich mit der Entwickelung des Menschengeistes und richtet sichnach den Bedürfnissen jedes Zeitalters. Sie sagt nicht: dusollst, sondern vielmehr: ich will. Diese natürlichen oder buch-losen Religionen sind nicht ganz ohne bestimmte Glaubenslehrenund feststehende Autoritäten. Sie haben in der Regel eine ArtPriesterthum zur Ausübung der Autorität in Sachen desGlaubens und feststehende Gebräuche. Nichts ist in ihnen starrund hart und unveränderlich, nichts, um auf die Dauer dieEntwickelung des menschlichen Geistes in Fessel zu legen.Jrrthümer, wenn sie entdeckt werden, können aufgegeben werden,eine neue Wahrheit, die klar erkannt und energisch vertheidigtwird, kann Aufnahme finden. Ist jedoch einmal ein Buch vor-handen, etwas schwarz auf weiß, so ist die Versuchung groß,ja fast unwiderstehlich, dieses Buch mit übermenschlicher Autorität
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