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Max Müller und die vergleichende Religionswissenschaft
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kontinuirliche Entwickelung in der Geschichte der Religion an,so muß sich diese Definition auch auf alle späteren Entwickelungs-phasen, welche die Religion durchlaufen hat, anwenden lassen.Damit dies der Fall sei, mußten wir in unserer Definitionnothwendig unberücksichtigt lassen, was nur einer oder deranderen dieser späteren Entwickelungsformen eigenthümlich ist.Man wird sich daher nicht wundern dürfen, wenn darin fehlt,was einigen von uns als die wichtigsten und charakteristischenEigenthümlichkeiten der Religion erscheinen kann." (S. 181.) Ja.selbst den auf bloße sittliche Erneuerung bedachten, Gott undHimmel ausschließenden Buddhismus glaubt Müller deshalbmit in diesen Rahmen hineinziehen zu können, weil z. B. derGlaube an die Seelenwanderung die Vorstellung eines über dienatürliche Welt hinausgreifenden Unendlichen voraussetze. In-wiefern aber rechtfertigt sich der Zusatz natürliche Religion?In gewissem Sinne begegnet sich unser Gewährsmann hier mitKant, nämlich in der negativen Beziehung, daß damit dieOffenbarung ausgeschlossen ist, wenigstens als einmaliger, über-natürlicher Akt. Wenn wir sehen, bemerkt Müller, von welchnatürlichen Gefühlen und einfachen Empfindungen die Religionausgeht, wenn wir dann ihre weitere Entwickelung verfolgen,bis sie ihre spätere vollkommene oder jedenfalls vollständigeForm erhielt, so werden wir es schwerlich für eine Entwürdigungder Religion halten, wenn wir sie für das kostbarste Produktdes Menschengeistes erklären, noch werden wir uns eiuredeu,der Mensch habe von seiner Menschenwürde eingebüßt, weil dieGötter am Tage seiner Geburt nicht vom Himmel Herabstiegenund ihn mit einer fertigen Religion, mit bestimmtem Glaubens-bekenntniß und fertigen Glaubensartikeln beschenkten, sondernihn sich entwickeln ließen und auf eigene Füße stellten, damiter seine eigenen Schlachten schlage im Kampfe für die Wahrheit.(S. 229.) Für eine geschichtlich-psychologische Betrachtung kann

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