Mterlicher Wat an meine Tochter.
Vorbemerkung des Herausgebers.
Aiese Schrift Campes entstand 1789 und war ursprünglich dereinzigen Tochter des Verfassers, Lotte, welche den BuchhändlerVieweg zu Berlin ehelichte, gewidmet. In spätern Auflagen ginges dem Buche wie dem Theophron: Campe setzte viel hinzu. Diezweite Partie des Buchs stimmt jedoch mit dem II. Teile desTheophron fast wörtlich überein, weshalb wir denselben des Raumeswegen und nach unfern Zwecken gestrichen. Auch der von uns ge-gebene Text ist an einzelnen Stellen nicht zum Schaden des Gauzen> gekürzt. — Kein Buch lehrt wohl auf so eingehende Weise die
! Pflichten des Weibes, als dieses aus Campes edlem, reinem Herzen
! geflossene Werk; jedoch können wir die Bemerkung nicht unterdrücken,; daß manche Partieen desselben uns für ein junges fünfzehnjähriges^ Mädchen zu philosophisch und verstandesmäßig erscheinen, anderei wieder einer zu weit getriebenen, verfrühten Aufklärnngssucht huldigen,! daß wir darum manche Kapitel passender von einer zarten, gemütvollen! gebildeten Mutter verfaßt sehen möchten, als von einem nüchternund kalt reflektierenden Vater. Schwerlich würde sich die elftere soj weit in der Belehrung versteigen, einem unschuldigen, dem schul-! pflichtigen Alter unlängst erst entwachsenen Mädchen Vorlesungen! über die Bestimmung, die Funktion und die Behandlung der Sexual-
Die Klassiker der Pädagogik, Bd. 8. Campe. II. 1