Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
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Europa ein Wetterleuchten des Geistes ging und jenseit des Rheinesdas erste leise Donnergrollen eines weltgestaltenden Wettersturmesvon dem Heroldsrufer der großen Revolution, dem geistesstarken,aber realistischen I. I. Rousseau ansging. — Dieser kühne Geistfand im Thatendrange einer gewaltig gärenden Zeit seinen „geistigenVerleger" in dem unruhigen, aber genialen Johann Bernhard Base-dow, dem Vater des Philanthropinismus. Unter der hoch-herzigen Protektion des schöngeistigen Fürsten Friedrich Franz Leo-pold von Dessau (von Napoleon später zum Herzog ernannt) durfteBasedow mit gewaltigen Posaunenstößen in ruhmrediger Weise dieSegnungen der philanthropinistischen Methode und seiner neuenLehre verkünden, zu der Aufgabe jedoch, die Vorzüge dieser Schulein feinerer Weise zur Kenntnis der Mit- und Nachwelt zu bringenund ihr wissenschaftlichen Hintergrund zu verleihen, dazu war eingründlicherer und vornehmerer Geist, nämlich eben unser JoachimHeinrich Campe, der Schriftsteller des Philanthropinismus, er-koren.

Seiner Lebensbeschreibung seien die nächsten Blättergewidmet.

1. Jugendzeit.

Joachim Heinrich Campe erblickte als der Sohn des red-lichen und charakterfesten Burchard Hilmar Campe, des Besitzerseines kleinen Gütchens und eines Kramladens, eines Mannes von ge-rühmter unwandelbarer Redlichkeit, zu Deensen, nahe am SollingerWalde und im gesegneten Braunschweigischen Ländchen, eine Meilevon Holzminden entfernt, am 29. Juni 1746 das Licht dieses Pla-neten. Seine Mutter, Anna Sophie Marie Klingemann war dieTochter eines Acciseinspektors zu Eschershausen (nach andern heißtsie Anne Margareth Gosler und war die Tochter eines Pfarrers);und eine sehr achtbare und kluge Frau. Wohl dem Manne, dereine solche Mutter hat! Campes Vater besaß nur eine einfache Bil-dung, war aber bei gesundem Menschenverstände ein ganzer Mann.Er stammte eigentlich aus dem adeligen Geschlechts derer vonCampe, deren Nachkömmlinge noch heute den Camphof im