590 199. Die närrischen Bauern in Lappenhausen.
Den perg wollen ablauffen lasen,
Sagt ainr: „Er Wirt lawffen zv schwindDen perg zv tal, wie ain stürm wind;
75 Da Wirt sich den verlaüffen er,
Das wir nit wissen, wo er wer.
Das wir den schaden vürkümen fein,
So stos ainer den kopff hineinMiten in des müelstaines loch80 Vnd laust mit nab den perge hochVnd schaw, wo der stain pleiben thw!"
Vnd sie erwelten all darzw
Den schueltheis, als ain weisen mon.
Der selb das herlich ambt nam an85 Vnd sties sein köpf in den müelstain.
Nach dem triebe die dorff gemainDen stain, das er mit schwerem falDen hohen perg lost ab zv dal.
Dem schültheis er den köpf abries,
90 Vnd ain Want am rathaüs einsties,
Das dardürch tags gnüg schin hinein.
Die Lappenhawser all gemeinSprachen: „Der müelstain in dem fallDer ist gescheider den wir all;
95 Hat vns erlewcht mit ainem stosVnser new finster rathaüs gros."
Die Lappenhaüser nach den suchenWollen aüch ain nebel schieff machen,
Darauff sie woltn im nebel farn,
100 Vnd machten dron pey zwayen jarnAus lauter gens federn vnd haberstro.
Vnd als nün war gefertigt doDer Lappenhewser leppisch werck,
Züegens sis hinaüff auff den perck.
105 Pald morgens fiel ain nebel on,
Da sassens in das schieff, das ston [Bl. 130']Auf vier walczen. Da schrirens schlecht:„Stost von lant!" Zv hant ain schmid knechtGab dem nebel schieff amen stos,
110 Das es üeber den perg abschos