1884
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in Ulm UM so mehr, als er dem Reichstage ein bewährtes Mitglied wiederzurückgegeben hat, dessen Fehlen mit Bedauern empfunden wurde.
von Bismarck.
Einem Wähler im Reichstagskreise Heidenheim bei Ulm, der in der Freudedes Wahlsieges den Sieg der Freikonservativen dem Reichskanzler mit dem Be-merken mitteilte, daß die Gegner die Kandidatur des Bürgermeisters von Fischer inAugsburg einen dummen Schwabenstreich nannten, wurde folgende Antwort zu teil:
Berlin, den 4. November 1884.
Für die Begrüßung durch Ihr Schreiben vom 30. d. M. danke ich ver-bindlichst und freue mich, daß der 14. Wahlkreis seine reichstreue Gesinnungdurch die Wahl des Bürgermeisters von Fischer so erfolgreich bestätigt hat.Wenn das ein Schwabenstreich ist, so ist er es im Sinne von Uhland's be-kanntem Gedicht, zur Ehre des schwäbischen Namens. Bismarck
Die Nachricht, der Kanzler habe die Wahl des Sozialdemokraten AdolfSabor, Lehrer in Frankfurt, begünstigt st, trägt so deutlich den Stempel „desMärchens" an der Stirn, daß wir uns damit nicht weiter zu beschäftigen haben.
Bei Beginn der Session nahm Bismarck gegen das Centrum eine scharfeStellung ein. Der wieder in den Reichstag gewählte Abgeordnete von Helldorffhatte mit der Leitung der Fraktion gleichzeitig auch wieder die des Wahlvereinsder Deutschkonservativen übernommen, nachdem Freiherr von Haunnerstein von1881 ab diesen Posten versehen, den er jetzt, durch persönliche Verhältnisse ge-zwungen, niederlegen wußte.
Wie sich Helldorff im einzelnen zu den politischen Tagessragen stellte, erhelltaus der Rede, die derselbe in der Generalversammlung des konservativenVereins für den Kreis Wittenberg am 15. Oktober 1884 hielt. Helldorffverurteilte hier die Opposition, welche die aus den Sezessionisten und den Fort-schrittlern hervorgegangene „deutschfreisinnige Partei" dem Fürsten Bismarckmachte, und erklärte dieselbe als unverständlich und unpatriotisch ch. Wie man im
p Die „Frankfurter Zeitung", Nr. 163 vom 14. Juni 1893, schrieb in dieser Beziehung:„Sofort bei Ansicht Ihrer Notiz in Nr. 161, Abendblatt der „Frankfurter Zeitung", habe ichvoransgesehen, das; Sie eine Berichtigung von Herrn vr. Lueins erhalten würden, da es mirbekannt war, daß das betreffende Telegramm s. Z. nicht an diesen Herrn gelangt ist. Nichts-destoweniger ist die Sache richtig, daß ein Telegramm „Fürst wünscht Sabor" 1884 vor derStichwahl an eine namhafte Persönlichkeit in Frankfurt und zwar von einer Seite gerichtetworden ist, welche in dieser Sache gut unterrichtet sein konnte. Dieses Faktum ist vor derWahl und seit jener Zeit unter den Angehörigen aller Parteien der Stadt oft bespräche >,auch im Reichstage ermähnt, später aber niemals in Abrede gestellt morden. Heute hat esnur noch einen historischen Wert, ob der Absender des Telegramms wirklich über die Absichtdes Fürsten Bismarck unterrichtet war oder nicht. Seine Wirkung bei der damaligen Wahlhat das Telegramm jedenfalls gethan (Sabor wurde in den Reichstag gewählt), und damalsist dessen Inhalt nicht in Zweifel gestellt worden."
st „Charakteristisch für diese Partei ist es, daß ihre Agitation sich recht eigentlich und per-sönlich gegen unfern großen Staatsmann Bismarck richtet. Vergegenwärtigen wir uns doch
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