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3 (1896) 1879 - 1890
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Die erste Session der VI. Legislatur-Periode des Reichstags

stützuug eutgegeuzunehmeu, welche meinem Sohne und indirekt mir selbst seitensseiner Wähler zu teil geworden ist. Die Einigkeit, mit der die dortigennationalen Elemente sich bei den Wahlen aneinander geschlossen haben, schätzeich — nicht als Eingesessener Lauenburgs, sondern von dem Standpunkte desReichskanzlers — als ein Zeichen des wahren politischen Fortschritts im Gegen-satz zu den unsrer nationalen Entwickelung hinderlichen Elementen.

von Bismarck*).

Unter den Neugewählten befand sich noch ein zweiter aktiver Beamter desAuswärtigen Amts in der Person des Lcgationsrats Gerlicht). Derselbe ver-dankte dem Wohlwollen des Reichskanzlers eine verhältnismäßig rasche Carriere,und erhielt noch zu Bismarck's Zeiten die einträgliche Stelle bei der äottoxubliguo in Konstantinopel, welche zur Zeit Rudolf Lindau versieht. Gerlichzählt noch heute zu den treuen Anhängern des Fürsten Bismarck und ist nochin diesem Jahr (1894) bei demselben in Varzin zu Gast gewesen. Als Parla-mentarier ist derselbe nicht hervorgetreten.

Zur Genugthuung gereichte dem Kanzler die Wiederkehr des nationalgesinntenBürgermeisters von Augsburg in den Reichstag. In Augsburg fand aus Anlaßdes Wahlsieges eine patriotische Festfeier in den „Drei Mohren" statt, derenTeilnehmer an den Reichskanzler folgendes Telegramm richteten:

Mehr als tausend zu Augsburg versammelte deutschgesinnte Schwabenans Bayern und Württemberg feiern den in Ulm errungenen Wahlsieg derdeutschen Partei und senden Ew. Durchlaucht herzlichen Gruß mit der Ver-sicherung, daß das Reichstagsmitglied für Ulm allzeit treu zum Kaiser undseinem Kanzler stehen wird.

Daraus traf an den Vorsitzenden des Festkomitees folgendes Antwort-schreibens ein:

An den Bürgermeister Herrn von Fischer, Hochwohlgeboren zu Augsburg.

Berlin, den 19. November 1884.

Den Gruß von der schwäbischen Versammlung zu Augsburg erwidere ichmit herzlichem Danke und freue ich mich über den Sieg der nationalen Partei

') Graf Herbert selbst antwortete ans ein Begrüßungstelegramm: Herrn OberlehrerRaydt. Dem nationalliberalen Vereinsvorstand und besonders den Unterzeichneten des ebenerhaltenen Telegramms danke ich verbindlichst für die freundlichen Glückwünsche nnd für Ihrekräftige Hilfe zur Erzielung des mich in hohem Maße ehrenden Wahlresultats. Graf Bismarck.

2) Gerlich, Hermann, Wirklicher Legationsrat in Berlin. Geb. 1844 zu Bankau, KreisSchwetz, Provinz Westpreußen. 1872 in den auswärtigen Dienst des Deutschen Reichs getreten,war er zuerst in Kairo, später in New Uork, zuletzt in St. Louis als kaiserlicher Konsul be-schäftigt; sodann, nachdem er inzwischen zeitweilig im Auswärtigen Amt und dem königlichpreußischen Handelsministerium zu Berlin Verwendung gefunden, 1883 als Vortragender Ratin das Auswärtige Amt berufen. (Deutschkonservativ.)

2) In H. Kohl's Bismarck-Regesten nicht erwähnt.