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Die XV. preußische Legislatur-Periode
kräftige als vorsichtige Kolonialpolitik kämpfend — ihnen gegenüber die Deutsch-sreisinnigen mit hohnvollem Nein — in der Mitte das Centrum mit wenns undabers in Hülle und Fülle. Das Gute hatte aber die Verhandlung doch, daßselbst die Freisinnigen schließlich sich nicht getrauten, ihr Nein mit der früherenSchroffheit aufrecht zu halten. Zur Klärung der öffentlichen Meinung i»Deutschland wird diese Verhandlung ganz wesentlich beitragen. Nach welcherSeite die öffentliche Meinung sich neigen wird, das scheint mir zweifellos zu sein.
Von dem vorhin beschriebenen parlamentarischen Frühschoppen vom 20. Juni1884 ist noch ein charakteristischer Vorgang nachzutragen. Der Kanzler hatteau einem Tische inmitten von Nationalliberalen Platz genommen, und sprach nichteben sehr respektvoll von Windthorst. In dem Augenblicke betritt die Perle vonMeppen den Saal. Bismarck eilt demselben entgegen und behandelte ihn mit Aus-zeichnung. Als Bismarck wieder zu seinem Stammtisch zurückkehrte und ihmvon den Nationalliberalen der Kontrast seiner eben vernommenen Worte über Mindt-horst und seines Benehmens gegen denselben scherzend vorgehalten wurde, bemerkteer: „Wie sollte ich nicht, — bei dein großen Corps, das er hinter sich hat."
Von demselben Frühschoppen kam ein Abgeordneter schwer beladen in denReichstag, verschwand aber bald aus dem Wandelgange und wurde nach einigerZeit auf einem verunreinigten Orte aufgefunden. Die Freunde des Abgeordnetenmachten sich nun daran, ihren Kollegen in eine Droschke zu packen. In weiserVorsicht wurde der Kutscher genau instruiert, es wurde ihm die Hausnummer an-gegeben, wo der Herr wohnte, und bemerkt, er solle zurückkonunen und melden,wie er den Fahrgast nach Hause gebracht. Als der Kutscher zurückkam, fragte ihnein Abgeordneter, ob er für die Verunreinigung der Droschke etwa noch etwas zuerhalten habe. — „Nein — antwortete der Kutscher — ich habe den Braten schongerochen und ihm den Futtersack umgebunden."
VIII. Abschnitt.
Are XV. prrussischr Mgislutnr-Psriodo.
(Vom 14. November 1882 bis zum 9. Mai 1885^).)
Die im Jahre 1882 zum Abgeordnetenhaus vollzogenen Wahlen konntenals ein Bismarck gegebenes Vertrauensvotum für seine Wirtschafts- und Sozialpolitikangesehen werde». Das Verhältnis wurde für die Regierung dadurch nochgünstiger, daß die von der nationalliberalen Partei nach links abgeschwenkten
0 Es mährte die I. Session der XV. Legislatur-Periode vom 14. November 1882 biszum 2. Juli 1883, die II. Sessiou der XV. Legislaiur-Periode vom 2o. November 1883 biszum 19. Mai 1884, die III. Sessiou der XV. Legislatur-Periode vom 15. Januar bis zuml>. Mai 1885.