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3 (1896) 1879 - 1890
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130 Die vierte Session der V. Legislntm-Periode des Reichstags

Menge ausgenommen. Unmittelbar darauf vollzog Fürst Bismarck die dreiHammerschläge, dann Gras Moltke. Nachdem dies geschehen, rief der Kaisererst den Kanzler, dann auch den Grasen Moltke heran, reichte jedem eine Handnnd hielt sie so, während er mit ihnen sprach, offenbar in überaus gnädigerWeise eine Gruppe, an der jedes deutsche Herz seine Helle Freude habenmußte, ein dankbarer Vorwurf für einen vaterländischen Historienmaler!Einen sehr guten Eindruck machte cs auch, als am Ende der Feier ein Patriotauf einer der Tribünen ein Hochauf unfern alten Kaiser" ausbrachte; es standnicht im Programm nnd war offenbar nur der spontane Ausbruch patriotischerGesinnung, aber es fand eine sehr gute, freudige Aufnahme bei den Festgenossen.

Berlin, den 20. Juni 1884.

Lebhaftes Bedauern wird, wie ich glaube, die große Mehrheit des deutschen Volkesdarüber empfinden, daß die Vorlage wegen der Dampfersubventionen unerledigtbleibt. Das Bedürfnis direkten Verkehrs durch Schnellschiffe mit Ostasien undAustralien ist allgemein anerkannt; unser Handel, unsere Post, unsere Marinebrauchen direkte schnelle Verbindung mit jenen Gegenden. Jetzt fehlt es unsdaran. Von selbst wird so etwas nicht; auch diepraktischen" Engländer, dieuns so oft als Muster vorgehalten werden, subventionieren derartige Dampfer-linien, die Franzosen desgleichen. Die verbündeten Regierungen wolltendeshalb entsprechende Unternehmungen in Hamburg oder Bremen, mit4 Millionen Mark jährlich, 15 Jahre lang, subventionieren. Daß da-hinter noch mehr steckt, nämlich ein vielleicht außerordentlich folgenreicherVorstoß auf dem Gebiet der Kolouialpolitik, das hat sich wohl ungefähr jederhalbwegs verständige Schuljunge in Deutschland gesagt. Freilich, es ist vielGeld die 4 Millionen auf 15 Jahre repräsentiren, kaufmännisch gerechnet,ein Kapital von 45 Millionen Mark, und eine Rente für dieses Kapital läßtsich nicht ausrechnen. Es ist ungefähr dieselbe Lage, als wenn der Staat nachGegenden, welche wenig Verkehr haben, Eisenbahnen baut. Daß das Geld ausabsehbare Zeit sich nicht verzinsen wird, ist gewiß. Aber ebenso gewiß ist, daßdie betreffende Gegend, ihr Wohlstand, ihre Steuerkraft gehoben, daß somit dasKapital im höchsten Grade nutzbringend angelegt wird. Von derartigen An-schauungen hat sich die Eisenbahnpolitik des Staates Sachsen bisher leiten lassen,und das hat unbestreitbar unserm engern Vaterlande großen Segen gebracht.Aber die Freisinnigen, Eugen Richter und vr. Bamberger voran, wollen wo-möglich Zinsgarantien sehen. Für Maßnahmen, welche das ProduktionsgebietDeutschlands erweitern, seiner Industrie lohnenden Absatz, seinen ArbeiternArbeitsgelegenheit schaffen, fehlt es ihnen an Verständnis. So nörgelten siedenn an der Vorlage herum, verlangten Kommissionsberatnng und setzten diesdurch, mit Hilfe des Centrnms, welches hier wieder einmal seine Unberechenbar-keit darthat. Es zeigte sich von neuem, daß die verbündeten Regierungen fürUnternehmungen mit nationalem Beigeschmack nur auf die Konservativen unddie Nationalliberalen rechnen können; diese für sich allein verfügen nicht über