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3 (1896) 1879 - 1890
Entstehung
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188I/8S

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Als erster Präsident des Reichstags fungierte von 18811884 und von1888 bis April 1895 der Landesdirektor und Rittergutsbesitzer von Levetzow').Zn der Zeit von 18671871 zählte derselbe noch zu den jüngeren Mitgliedern derFraktion und hatte infolgedessen keine näheren Beziehungen zum Fürsten Bismarck.Was zwischen Bismarck und der Fraktion zu verhandeln war, besorgte damalshauptsächlich Moritz von Blanckenburg. Die Fraktion hielt zu jener Zeit ihreSitzungen mitunter im Kriegsministerium, da der Minister von Roon an denBeratungen derselben teilnehmen wollte.

Nach 1877 wurden die Beziehungen Levetzow's zum Kanzler schon häufiger;er wurde öfter zu Tisch geladen, manchmal in größerer Gesellschaft, zuweilenauch allein, wobei dann die schwebenden Fragen besprochen wurden. EineUnterredung betraf die Beseitigung des Kulturkampfes.Den Kulturkampfwill ich auf alle Fälle aus der Welt haben sagte der Fürst. Goßlerscheint ja der richtige Mann zu sein, um dies Ziel zu erreichen; ich findenur, daß die Ansichten seiner Vortragenden Räte zu sehr von ihm zurückschimmern."

Wiederholt beklagte sich Fürst Bismarck bei Levetzow, daß seine Reden nichtwortgetreu stenographiert würden. Levetzow bestimmte darauf, daß, so oft derFürst sprach, noch der Vorstand des stenographischen Bureaus als dritter zumDienst herangezogen wurde.

Levetzow hatte es sich als Präsident des Reichstags zum Grundsatz ge-macht, zum Reichskanzler nicht in ein intimes Verhältnis zu treten; das Bekannt-werden eines solchen würde seine Autorität im Reichstag geschmälert haben.Er gab Herrn von Wedell, seinem Nachfolger als Präsident, den Rat, dasselbePrinzip zu befolgen, und letzterer wußte ihm später für diesen von ihm gleich-falls befolgten Wink Dank. Daß die Taktik Levetzow's nach Lage derVerhältnisse an sich geschickt war, will ich gern zugeben. Aber dann waren dochdie Verhältnisse ungesunde. Das Ideal ist es sicherlich nicht, wenn der Reichstagaus den intimen Beziehungen zwischen seinem Präsidenten und dem oberstenReichsbeamten Argwohn schöpft. Für die Erledigung der Geschäfte des Reichs-tags müßte es weit förderlicher sein, wenn der Kanzler und der Reichstags-Präsident enge Fühlung mit einander besitzen, sowie es z. B. zu Simson'sZeiten der Fall war.

Ein brieflicher Verkehr zwischen Levetzow und Bismarck hat nicht statt-gefunden, abgesehen von den üblichen Gebnrtstagsgratulationen, wofür der Fürstsich stets in verbindlichen Worten bedankte.

ft von Levetzow, Albert Erdmann Karl Gerhard, Landesdirektor der Provinz Branden-burg und Rittergutsbesitzer auf Gossow, konservativ. Geboren am l2. September 1828 zuGossow; evangelisch. Regiernngsassessor zu Potsdam und im Kultusministerium zu Berlin,von 1880- 67 außer Dienst, mit der Bewirtschaftung seines Gutes beschäftigt. 186776Landrat des heimatlichen Kreises Königsberg i. d. N., 1876 Landesdirektor der Provinz Branden-burg; Major der Landwehr a. D.; Mitglied des Brandenburger Provinzial- und Neumärk.Kommunal-Landtages, auch des Kreistages von 1867 bis 1871; von 186771, von 187784und von 188790 Mitglied, von 188184 und von 188895.