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3 (1896) 1879 - 1890
Entstehung
Seite
71
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1881/82

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dauern darüber aus, daß die dortige konservative Partei bei der jüngstenReichstagswahl nicht ebenso erfolgreich gewesen ist, wie bei der stattgehabtenLandtagswahl. Es würde wir eine besondere Freude bereitet haben, durchEw. Hochwohlgeboren bewährte Kraft im Reichstage unterstützt zu werden.

von Bismarck.

Ans ein Zustimmungstelegramm konservativer Wähler aus dem Kocherthaleerging nachstehender Bescheids: Für das Telegramm, welches Ew. Wohl-geboren mir Namens der reichstreuen Wähler des Kocherthales übersandt haben,danke ich Ihnen und allen beteiligten Herren. Ich bedaure lebhaft, daß FürstHohenlohe-Langenburg 2) nicht zu den Mitarbeitern dieses Reichstags gehört,ich teile aber auch mit Ihnen die Hoffnung, daß die Ergebnisse von Wahlen,wie die dortige, keine definitive und für die Zukunft des Reichs nicht maßgebendsein werden. von Bismarck.

Endlich richtete Bismarck ein Schreiben an das liberale Kreiswahlkomiteein Hof, worin er sein Bedauern darüber ausdrückte, die Mitwirkung des durchseine politische Einsicht und seine versöhnliche Gesinnung gleich ausgezeichnetenvormaligen Mitarbeiters vr. von Schaußft vermissen zu müssen. Schauß wareine parlamentarische Kraft ersten Ranges, dabei dem Fürsten treu ergeben undsympathisch. Er war, so lange er noch der nationalliberalen Partei angehörte, einstarkes Gegengewicht gegen Laster, dessen Einfluß viel stärker war, als seine Be-deutung. Weil er immer Lärm machte, nannte ihn Bismarck einmaldieBrummfliege" der nationalliberalen Partei.

Fürst Bismarck dachte wiederholt daran, Herrn von Schauß für den Reichs-dienst zu gewinnen. Die Stellung, die derselbe zuletzt in München bekleidete, waraber eine so günstige, daß es schwer war, ihm in Berlin etwas Verlockendes anzu-bieten ft.

Es war ein empfindlicher Schlag für die Sache der Schutzzöllner,. daß derVorkämpfer des Zolltarifs von: Jahre 1879 bei den Neuwahlen in seinem alten

y Das Datum desselben habe ich nicht feststellen können. Es fällt aber vor den22. November 1881.

Fürst Hohenlohe-Langenburg, jetzt Statthalter von Elsaß-Lothringen, geb. am81. August 1832. Erbliches Mitglied der I. württembergischen Kammer. Mitglied des Reichs-tags seit 1871. Fürst Hohenlohe-Langenburg unterstützte später die Kolonialpolitik des FürstenBismarck und unterhielt sich darüber mehrfach mit dem Kanzler. Auch als langjähriger Vor-stand der deutschen Neichspartei hatte Fürst Hohenlohe-Langenburg öfters Gelegenheit, die Politikdes Kanzlers mitbestimmend zu unterstützen.

3) von Schauß, Friedrich, I)r. gar., Direktor der süddeutschen Bodenkreditbank inMünchen. Geb. 22. Januar 1832 in München (kath.). 1859 Staatsanmaltssubstitnt in Mün-chen, dann in Crouach. 1863 Rechtsanwalt in München. Seit 1871 Bankdirektor, Mitgliedder bayerischen H. Kammer seit 1860. Mitglied deS Reichstags seit 1871. Früher nat.-lib.,dann liberale Gruppe. Schauß starb im Sommer 1893.

«) Einladung des vr. von Schauß zur Theilnahme an den Beratungen über eine Reformder Aktiengesetzgebnng im Februar 1882 (Nene Preußische Zeitung" v. I. März 1882, Nr. 51).