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3 (1896) 1879 - 1890
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Die vierte Session der IV. LegiSIatur-Periode des Reichstags

Diese Parteikombination kam ja schließlich auch zu stände; nur ist dieselbe keinegroße, sondern eine recht kleine Partei geworden, und diese hatte keinen Bestand,da die Bestandteile zu heterogene waren. Aus der Zeit des Wahlkampfes Zsind verschiedene Kundgebungen des Reichskanzlers zu erwähnen.

An den Stadtrat L. W. Vopelft in Chemnitz, welcher in der letzten Legis-latur-Periode den 16. Wahlkreis des Königreichs Sachsen inne hatte, erging nach-stehendes Schreiben:

Kissingen, den 22. Juli 1881.

Aus Ihrem Wahlaufruf, der mir mit der Post zugeschickt worden ist,habe ich mit Befriedigung ersehen, daß auch von Ihnen und Ihren Freundendie Überzeugung geteilt wird, daß die von mir vertretenen wirtschaftlichen undsozialen Reformen an sich weder mit dem liberalen Prinzip noch mit dem einerandern Partei unvereinbar sind, und daß sie keine Tendenzen oder Wirkungenmit sich bringen, welche mit liberaler Politik mehr als mit konservativer inWiderspruch ständen. Sie haben keinen andern Zweck als den, allen Deutschen,welcher Partei sie auch angehören mögen, wirtschaftlich nützlich zu sein.

von Bismarck.

Auf eine aus Wiesbaden von konservativer Seite an den Kanzler gerichteteAnfrage, betreffend die Wahl des Admirals Werner in den Reichstag, erwidertederselbe aus Varzin am 10. Oktober 1881:

Ew. Hochwohlgeboren erwidere ich aus die gefällige Anfrage vom 4. d. M.,daß ich mich freuen wurde, den Admiral Werner im Reichstage zu sehen,weil jeder sachkundige Vertreter der Marine im Schooße desselben von Nütz-lichkeit ist. Wie die Chancen im dortigen Wahlkreise für ihn liegen, kannich von hier aus allerdings nicht übersehen. von Bismarck.

Auch dieses Mal wurde dem Kanzler der Vorwurf nicht erspart, daß er dieWahl einzelner Abgeordneter in unzulässiger Weise begünstige.

Es war der reine Zufall, daß im Sommer 1881 in einer Sitzung derRitter- und Landschaft zu Ratzeburg vom Fürsten Bismarck ein Brief verlesenwurde, gerichtet an den kommissarischen Landrat von Bennigsen-Förder, in demder letztere ersucht wurde, der Stadt Ratzeburg die Freude des Reichskanzlersdarüber zum Ausdruck zu bringen, daß Ratzeburg wieder mit einer Garnisonbelegt werde b). Sofort wurde in den oppositionellen Blättern das Märchen

0 Zu vergl. dieVossische Zeitung" vom 20. April 1881 (Leitartikel, Wahlpolitik desReichskanzlers), diePost" 1881, Nr. 194 (Stellung Bismarck's zur Wahlbewegung), 203 (dieFortschrittspartei und Herr von Bismarck), 210 (zur Geschichte der Fortschrittspartei), 220 und223 (Verhalten der Fortschrittspartei Bismarck gegenüber).

2) Vopel, Louis Wilhelm, ehedem Stadtrat, Pelzwarenhändler und Rittergutsbesitzer,geb. am 7. Oktober 1838 in Beruburg.

ch Auch Graf Herbert Bismarck sandte einen Brief ein, in welchem es heißt:MeinVater läßt Ihnen sagen, daß es erst nach vieler Mühe gelungen ist, daß das 9. Jägerbataillouam 1. April 1882 wieder nach Natzeburg verlegt wird".