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3 (1896) 1879 - 1890
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64 Die vierte Session der IV. Legislatur-Periode des Reichstags

Partei möge in dem heißen Wettkampf keine Mühe scheuen, ihr Schlachtruf müsselauten: Nieder mit der Fortschrittspartei, nieder mit dem Fortschrittsring, niedermit der Fortschrittstyrannei. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.)

Die Versammlung dankte dem Redner für seinen Vortrag durch Erhebenvon den Sitzen und brachte dem Fürsten Bismarck ein stürmisches Hoch. GrafWilhelm Bismarck dankte für diese Ovation und schloß mit der Aufforderung:Gehen Sie hin zu ihm (Fürst Bismarck), Sie werden finden, daß er Ihr besterund wärmster Freund ist!"

Professor Brecher feierte darauf das Wachsen der konservativen Partei inBerlin, dadurch, daß Fürst Bismarck seinen Sohn gesandt, sei es jetzt vollständigklar, daß Fürst Bismarck ganz und gar Gesinnungsgenosse sei. Der Vorsitzendeteilte dann noch mit, daß man telegraphisch den Gruß der Versammlung deinFürsten Bismarck übermitteln werde und schloß darauf, nachdem ein Hoch aufden Kaiser ausgebracht, die Versammlung').

An dem Versuche, bei den Reichtagswahlen von 1881 Berlin den radikal-fortschrittlichen Parteien zn entreißen st, war in erster Linie Professor Wagner-beteiligt, der im folgenden Jahre in das Abgeordnetenhaus gewählt wurde. Alsdie Agitation ihrem Höhepunkt znsteuerte (Juli 1881 ), empfing Fürst Bismarckin Kissingen den Professor Wagner und besprach mit demselben eingehend seinesozialpolitischen Plärrest und die Aufbringung der hierfür erforderlichen Geld-summen. Wagner erfuhr hier, daß es in der Absicht Bismarck's liege, die Ein-künfte des Tabaksmonopols für die Unfallversicherung und die Jnvalidenversorgungzu verwenden st.

Darüber erhitzten sich die Gemüter leidenschaftlich. Jene Mitteilung wurdebenutzt, um die Regierung aufs neue wegen Programmlosigkeit, Versprechensund Nichthaltens, unsicheren Umhertavpens, und Betreibens bloßer Wahl-reklame statt sachlicher Politik zu verurteilen; bei der neuen Bestimmung der

y Vergl. über diese Rede Wolfgang Frank,Fürst Bismarck und nicht seine Leute",S. 107, Wiermaun a. a. O., Bd. I, S. 69, diePost" 1881, Nr. 172, 173, 175 und 185(aus demPestcr Lloyd") und dieNationalzeitung" Nr. 295 vom 27. Juni 81.

2)Immer in der ganzen Reichsgeschichte äußerte Bismarck am 26. Juli 1881 gegenMoritz Busch ist die Fortschrittspartei der aävooatus äiaboli gewesen Sie missen, bei derHeiligsprechung in Rom. Glücklicherweise waren eS aber nur Sprühteufel," setzte er lächelndhinzu.Püstriche sagte Busch wie die vom geraden und krummen Horue am GrabeFanst's."

ch Hierüber bemerkte Bismarck am 26. Juni 1881 zu Moritz Busch:Der Staat muß dieSache in die Hand nehmen. Nicht als Almosen, sondern als Recht auf Versorgung, wo dergute Wille zur Arbeit nicht mehr kann. Wozu soll nur der, welcher im Kriege erwerbsunfähiggeworden ist, oder als Beamter, durch Alter, Pension haben, und nicht auch der Soldat derArbeit? Diese Sache wird sich durchdrücken. Sie hat ihre Zukunft. Es ist möglich, daß unsrePolitik einmal zu Grunde geht, wenn ich tot bin. Aber der Staatssozialismns paukt sichdurch. Jeder, der diesen Gedanken wieder anfnimmt, wird ans Ruder kommen."

4) Vergl. über diesen Plan mein Werk,Fürst Bismarck als Volkswirt", Bd. II., S. 78 und79; diePost" 1881, Nr. 223, 226, 237, 238, 244; SchultheßEuropäischer Geschichtskalender"1881, S. 222, 228, 258, und 1882, S. S, 7; Wiermann,Der deutsche Reichstag", S. 272 f.