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3 (1896) 1879 - 1890
Entstehung
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1881

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Ein andrer Deklarant hatte dem Bruder des Fürsten Bismarck gegenüber(dem Landrat des Nangardter Kreises) den Wunsch ausgesprochen, mit demReichskanzler wieder in bessere Beziehungen zu treten. Hierauf erhielt er dieAntwort, daß der Fürst alle diejenigen, welche jenen Protest unterzeichnet, alspersönliche Feinde ansehe, die seiner Ehre zu nahe getreten wären. Er würdenur dann das alte Verhältnis wieder eintreten lassen, wenn die Protestantenerklärten, sich geirrt zu haben, und, mit einem Worte, widerriefen.

Den Verkehr Bismarck's mit der konservativen Partei vermittelte währendder Session in erster Linie der Abgeordnete von Helldorff, der, von den größerenparlamentarischen Festlichkeiten abgesehenst, am 9. und 30. April Tischgast desKanzlers war, wobei die laufenden Geschäfte des Reichstags, namentlich dieBörsenstener und die Tagespolitik das Gesprächsthema abgaben. Außerdem sahder Kanzler bisweilen auch den Freiherrn von Minnigerodest; derselbe hat jedocheine Führerrolle innerhalb seiner Partei nie gehabt. Er wurde von seinenFraktionsgenoffen niemals zum Kanzler geschickt, um sich über die Stellung-nahme desselben zu einer Frage zu erkundigen; und er kam nie zu den politi-schen Freunden mit der Bemerkung:der Fürst wünscht das oder jenes". Wohlaber konnte er infolge seiner Informationen den Konservativen sagen:Ich glaube, wenn Ihr so handelt, so trefft Ihr das Richtige". Äußerlich imParlament hervorzutreten, widerstrebte Minnigerode im Grunde, er zog es vor,unter der Hand zu operieren, in aller Stille sich der Bismarck'schen Intentionenzu versichern und dafür dann kräftig zu wirken. Gerade darauf, daß Bismarckwußte, Minnigerode beobachte seinen Äußerungen gegenüber die größte Diskretionberuhte sein Einfluß beim Kanzler und im Schoße der Partei.

Lebhaft war der Verkehr des Grafen Franken borgst bei Bismarck im Winter1881. Er selbst schreibt darüber:Im Februar mußte ich in den Reichstag.Ich ging zuerst allein hin und fand dort, wie seit einer Reihe von Jahren,meine größte Freude darin, daß ich im Hause des Fürsten Bismarck ein gerngesehener Gast war und jederzeit zum Thee dort erscheinen durfte. Wie vieleAbende, oft bis nach Mitternacht, verbrachte ich im intimsten Kreise des großenPatrioten und Staatsmannes, für den unbegrenzte Bewunderung und ich möchtesagen kindliche Verehrung mich immer mehr erfüllte, je mehr mir Gelegenheit

st Bei dem parlamentarischen Diner am 8. März 1881 hatte Helldorff nach Tisch einelange Sitzung mit Bismarck. 211. März 1881 Besuch der parlamentarischen Soiree durchHelldorff.

st Frhr. von Minnigerode, Wilhelm, Majoratsherr ans Schadeleben, kgl. Rittmeistera. D., wohnhaft zn Rossitcn bei Reichenbach, Ostpr. Geb. 28. November 1840 in Brann-schmcig (evangelisch). Lieutenant im Regiment Garde du Corps zn Berlin, seit 1865 mitBewirtschaftung seiner Güter beschäftigt. Mitglied des 1., 2. und 4. Deutschen Reichstags,seit 1817 auch des preußischen Abgeordnetenhauses.

st Bergl. Bd. II., S. >58.