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3 (1896) 1879 - 1890
Entstehung
Seite
47
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Mit einer anderweiten Einladung wurde der Reichstagsabgeordnete Rentzschbald nachher und zwar zu dem parlamentarischen Diner am 28. Februar 1879')beehrt. Eingeladen waren nur die Präsidenten des Reichstags und die Fraktions-führer. Die freie volkswirtschaftliche Vereinigung der 204, zu deren Sekretär vr.Rentzsch gewählt war, paßte nicht in den Fraktionsrahmen. Dadurch, daß der Fürstzu dieser Elite des Reichstags auch den Sekretär der 204 znzog, sollte vielleichtdokumentiert werden, daß er auch die 204 als eine Fraktion und zwar als einesolche, auf die mit einiger Sicherheit zu rechnen war, betrachtete.

III. Abschnitt.

Mk msrttz Dssion der IV. Mgislritm'-FLriads des Hmchstrrgs.

(15. Februar bis 15. Juni 1881.)

Am Tage vor dem Beginn der Session (14. Februar) hatte der Abgeordnetevon Hclldorff um 2 Uhr eine halbstündige Besprechung mit dein Kanzler über dieallgemeine politische Lage. An einem der folgenden Tage kam das Gesprächauch auf die Präsidentenwahl. Graf Arnim-Boitzenburg hatte erklärt, eineWiederwahl nicht mehr annehmen zu wollen; der Grund zu diesem Entschlüßelag zum Teil in seinen Gesundheitsverhältnissen, die ihm die Übernahme des auf-regenden Postens nicht mehr gestatteten. Außerdem wollte er das Präsidium nichtmehr aus den Händen des Centrums in Empfang nehmen.

An Armin's Stelle wurde der Uuterstaatssekretär im Kultusministerium vonGoßler^) zum Präsidenten des Reichstags erwählt.

Mit Rücksicht auf Goßler's Beamteuqnalität hatte Bismarck zu Anfang gegendiese Wahl Bedenken erhoben, die er aber schließlich fallen ließ, da die Wahleines konservativen Präsidenten nötig war^), und es dann darauf ankam, wenigerdie persönliche Stellung (als Beamter) als die Tüchtigkeit und Befähigung fürden Posten entscheiden zu lassen. Die Erfahrungen, die man mit Herrn von Goßlerals Reichstagspräsidenten gemacht hat, sprechen durchaus für ihn. Seine Ge-schäftsleitung ist derart gewesen, daß die Vorurteile, die anfangs namentlich aufliberaler Seite gegen ihn bestanden, sich bald und schnell zu seinen Gunstenänderten.

9 Eine Beschreibung dieses parlamentarischen Diners findet sich in meinem oben an-geführten Werke, Bd. I, 2 Aufl, S, 157

2) von Goßler, Gustav, Oberprasident in Danzig, geb. den 13. April 1838 zu Naum-burg a. S. (evang.) 1865 Landrat des Kreises Darkehmen, >874 Hilfsarbeiter im Ministeriumdes Innern, 1878 Obervermaltungsgerichtsrat, 1879 Unterstaatssekretär im Ministerium dergeistlichen rc. Angelegenheiten, 1881 Minister der geistlichen ec. Angelegenheiten. Seit 1877Mitglied des Reichstags. (Deutsch-konservativ, Hospitant.)

3) Ausfall der Wahl des Präsidiums des Reichstags eine direkte Niederlage des FürstenBismarck, s.Post", 1881, Nr. 48 (Aus demBerl. Tageblatt").