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3 (1896) 1879 - 1890
Entstehung
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35
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1880

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Die guten Beziehungen zwischen Bismarck und Bamberg«-') waren bereits seitden Kämpfen um den Zolltarif getrübt. Man erzählt, daß der Kanzler in Bezug aufdiesen Abgeordneten gelegentlich geäußert habe:Bei mir geht es wie im Evan-gelium; ich habe Gefäße zu Ehren und zu Unehren und habe mich noch niemalsbeim Gebrauche vergriffen, so ähnlich auch unter Umständen eine Maibowle einerSuppenterrine und ähnlichen Gefäßen sehen mag. Was schadet es, daß dieFlasche zerbricht, wenn der Wein ausgetrunken ist."

Aus Süddeutschland hatten sich der Gruppe 4 Mitglieder des Reichstagsangeschloffen, darunter aus Bayern der Abgeordnete Freiherr von Staufsenberg^).Die Chancen dieses Parlamentariers standen einmal bei Bismarck günstig; er warals Kandidat für verschiedene hohe Stellungen in Aussicht genommen; als Mi-nister in Elsaß-Lothringen, sodann als Schatzsekretär. Nach der Darstellung desAbgeordneten von Kardorff ist Bennigsen's Eintritt in das Ministerium imJahre 1877 3) lediglich an seiner Person gescheitert. Die Versionen sind sehrverschieden. Eine Korrespondenz derKölnischen Zeitung", die Herrn vonKardorff wegen dieserEntstellung" angriff, wurde von diesem mit folgenderErklärung in derPost" erwidert:In einer zu Bernstadt gehaltenen Ansprachean meine Wähler hatte ich ausgesprochen, der Eintritt des Herrn von Bennigsen

Rückschritts, sagte derselbe, seien die Wirtschaftspolitik und Herr Stöcker; den Hofprcdigcr Pflanzteer als Vogelscheuche vor Bismarck ans, um die liberalen Spatzen von dem Gegenstände ihreralten Anhänglichkeit in gehöriger Entfernung zu halten.Wir können nicht eine Politik unter-stützen, die Herrn Stöcker znm Verteidiger hat". (Stürmischer Beifall). Herr Rickert fuhr un-mittelbar fort:Wir verlangen in nnserm Verfassnngsleben eine gewisse Kontinuität; stattdessen werden wir unaufhörlich durch neue Gesetzesvorlagen beglückt." (Heiterkeit.) Am 31. August1880 erklärte er in Danzig, daß das Ziel der neuen liberalen Partei (Sezession) nichteinePartei wwer Bismarck", sonderneine Partei gegen die jetzigen Pläne BismarLs" sei.

') Vergl. Bd. II, S. 126, 131, 167, 214, Auszüge aus der Vorrede zur neuesten Auflageder Bamberger'schen Schrift:Die Sezession" in derPost" 1881, Nr. 47. DieWeimarischeZtg." stellte dem Staatsideal des Abg. Bamberger das des Fürsten Bismarck entgegen. (Post"1881, Nr. 97.) Offener Brief Moritz Carrisre'S in derGegenwart" an seinen ehemaligen Schülervr. Bamberger bezügl. dessen Broschüre:Die Sezession". (Post" I88l, Nr. 26.) Carrwre trathier sehr für Bismarck ein; er erzählt, es sei dem Kanzler das Werk von Friedrich List voreinigen Jahren von einer Tochter desselben zngesandt worden.

2) Frhr. Schenk von Stanffenberg, Franz August, Gutsbesitzer auf Rißtissen bei Ulm(Württemberg), wohnh. daselbst, geb. 3. August 1834 zu Würzbnrg (kath.). Wurde 1863 Staats-anwalt in Augsburg; im Jahre 1866 verließ er den Staatsdienst, vorzugsweise aus PolitischenGründen. 1866 in das daher. Abg.-Hans gewählt, gehörte er demselben bis 1877, dann wiederseit 1878 an. Gleich nach seinem Eintritt in den Finanz-Ausschuß gewühlt, war ihm besondersdas Referat über die Verkehrsanstalten übertragen; auch daS umfangreiche Wehrgesetz hatte er1867 als Referent zu vertreten. Bei allen wichtigeren Verhandlungen des daher. Landtags,insbesondere bei den Verhandlungen über die Zollvereinsvertrüge, die Versailler Bündnis-verträge, das Militärbudget im Jahre 1870, Aufhebung der Todesstrafe, Beschwerde des Bischofsvon Augsburg w. in erster Linie beteiligt. November 187375 Präs, der II. Kammer desdaher. Landtags. Mitglied des Reichstags für den Wahlkreis München I, von 18711878,18781881 für Holzminden; 18761879 erster Vize-Präsident des Reichstags. Demnächst ge-wählt in 2. Wahlkreise Mittelfranken, Erlangen-Fürth. (Liberale Vereinigung.)

") Vergl. Bd. II, S. 254, 267.

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