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3 (1896) 1879 - 1890
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20 Die dritte Session der IV. Lecsislotur-Periodc des Reichstags

demselben trotz der Ablehnung meiner näheren Parteigenossen von Varnbülernusging. Derselbe bemerkte zu Römer auf dessen Einwurf, ich könne bei dieserSachlage unmöglich annehmen, „Sie rechnen nicht mit der menschlichen Eitel-keit". Hier erkennen nahezu alle (Hohenlohe, der Präsident Arnim, Kardorffu. s. w.) die Richtigkeit meiner Handlungsweise an. Nur Varnbüler ist un-gehalten.

Was wird aus unsrer Gruppe werden? Sie ist klein und doch viel um-worben. Bisher hat Römer deren Geschäfte besorgt. Wir berechnen unsre Zahlaus 16—17. Fürst Carolath von den Freikonservativen ist beigetreten. Dieletzteren wie die Nationalliberalen bewerben sich darum, unsre Zahl bei Aus-teilung der Kommissionen sich beirechnen zu dürfen. Beide machen Anerbietungen.Römer mit den wenigen Anwesenden schließt mit den Nationallibcralen den Paktab: Volle Unabhängigkeit im Materiellen; die Natiottalliberalen müssen beiKommissionen von 21 oder mehr Mitgliedern von unsrer Gruppe einen, dervon uns bezeichnet wird, annehmen, bei Kommissionen von 14 je das andre maleinen. Unter diesen Bedingungen dürfen sie unsre Zahl im Seniorenkonventsich zurechnen. Achtsamkeit notwendig gegen Jntriguen und Übervorteilungen.Das Ansinnen, wieder einzutreten, weisen wir entschieden ab. Römer scheintbei den Verhandlungen energisch und klug gewesen zu sein. Jetzt müssen sie»ns beachten, während man uns früher seitens der in der Fraktion regierendenOligarchie beinahe beleidigend ignoriert hat. Wie wird es in der national-liberalen Partei gehen? Wird der linke Flügel sich von Bennigsen und seinemAnhang trennen? Letzterem wäre es wohl am liebsten, wenn etwa einhalbes Dutzend vom linken Flügel austreten würde. Man sagt, Lasker habesich in die Fraktionsliste noch nicht eingetragen. Aber Forckenbeck? Wie wirdBennigsen mit diesem auskommen?

Der für uns günstigste Fall, daß etwa ein Dutzend vom rechten Flügelaustreten und uns verstärken, wird wohl nicht eintreten. Bennigsen hält ängstlichseine Leute zusammen.

Berlin, 19. Februar 1880.

Gestern um 8 Uhr Sitzung unsrer Gruppe. Wir waren zn fünf, zählenim ganzen 16, iukl. des zweifelhaften Behr und des neu hinzugekommenenFürsten Carolath. Diesem ist es wohl, wie uns, vom bisherigen Fraktionszwangerlöst zu sein. Die meisten fehlen noch, sind aber zuverlässig. Wir besprechenunsre Verstärkung. Löwe, Mosle, Falk? Vielleicht noch einzelne von national-liberaler und freikonservativer Seite. Wer die Gelegenheit zum Austritt ver-säumte, dem fällt es jetzt schwer. Blanche versichern uns, sie seien ganz ein-verstanden und entschuldigen sich, daß sie nicht auch gehen. Welchen Namensollen wir annehmen? „Liberale Gruppe?" Dieser mein Vorschlag gefällt. Wirsetzen alles aus, bis die andern einrücken. Haltung: wie bisher liberal, ohneden Doktrinarismus der nationalliberalen Partei. Offene Anerkennung der zuverbessernden Punkte, wo man aus Doktrinarismus zu weit gegangen ist.Selbständig, aber ohne die Gehässigkeit gegen Bismarck. Freiheit von der bis-