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Gebiet des Verfasstmgsrechtes hiuüberzuspielen, worauf einer der Abgeordnetenbemerkte, daß die Versassungsfrage durch die Einbringung des Antrages aufEinbeziehung von Altona und der Vorstadt St. Pauli in den Zollverein beimBundesrat augeregt sei. Dagegen wies der Fürst darauf hin, daß der Senatauf die preußische Anfrage, betreffend den Eintritt Hamburgs in den Zollverein,nicht eingegangen sei und ihn dadurch gezwungen habe, die Angelegenheit beimBundesrat in dieser Weise anhängig zu machen.
Berichtigend äußerten die beiden Abgeordneten, daß Hamburg sich auf diepreußische Anfrage immerhin zu kommissarischen Verhandlungen bereit erklärt habe,worauf der Kanzler hinzufügte, daß, so wie die Sache jetzt liege, die zolltechnischeFrage die untergeordnete, die Versassungsfrage aber die Hauptsache sei, und indieser Beziehung könne er eine Majorisieruug Preußens im Buudesrat nicht dulden.Seit einiger Zeit, schon seitdem er durch seinen Gesundheitszustand gehindert sei,sich persönlich so eingehend wie früher um alle Dinge zu kümmern, mache sichein Partikularismus breit, der gefährliche Dimensionen auzuuehmeu drohe. Habedoch der hamburgische Bevollmächtigte in dieser Angelegenheit den bayerischenPartikularismus zu Hilfe gerufen. Er (Bismarck) werde in der Versassungsfrageniemals nachgeben können. Er fasse die Sache so auf, daß daraus für Preußeneine Lage entstehen könne, wie diejenige, in der es sich im Juni 1866 im Bundes-tag befand. Er habe seit Jahren den preußischen Angelegenheiten zu nahe ge-standen, um hier weichen zu können. Auf die Bemerkung eines der Abgeordneten,daß es wohl noch andre Wege zur Entscheidung von Verfassungsdifferenzen gebeals den augedeuteten, erklärte der Reichskanzler, daß jeder andre Weg zur Herbei-führung einer Entscheidung ausgeschlossen sei.
Im weiteren Verlauf der Unterhaltung kam Fürst Bismarck aus die Zuständein Hamburg zu sprechen. Die Regierung übe einen so starken Druck auf dieBevölkerung aus, daß niemand sich dagegen aufzulehuen wage. Die geheimePolizei sei in bewundernswerter Weise organisiert, so daß man im polizeilichenInteresse nur wünschen könne, daß sie in Preußen auf derselben Stufe stehe.Das habe er namentlich von hamburgischen Handwerkern erfahren, die er inFriedrichsruh beschäftigte, und die, ehe sie sich ausspracheu, sich scheu umzusehenpflegen, ob auch kein Unberufener sie höre. Die Abgeordneten erwiderten darauf,daß ihnen die hamburgischen Verhältnisse seit einer langen Reihe von Jahrenbekannt seien, daß sie aber von einer derartigen Entwickelung der geheimen Polizeidaselbst niemals etwas gemerkt oder erfahren hätten, worauf der Fürst entgegnete,daß sie als Lokalpatrioten selbstverständlich seiner Behauptung widersprechenmüßten, was er an ihrer Stelle auch thun würde. Hamburg müsse bei seinerjetzigen Freihafenstellung zu Grunde gehen; alles gehe dort zurück, insbesonderedie Steuerkraft der kleinen Leute, eine Behauptung, deren Richtigkeit die Ab-geordneten nicht zugeben wollten. Der Kanzler äußerte ferner, daß Altona vonHamburg ausgesogen werde, so daß es nicht im stände sei weiter zu existieren.
In Bezug auf den § 34 der Verfassung bemerkte Fürst Bismarck, daßdurch denselben den Hansestädten keineswegs das Recht gegeben werden sollte,
Poschinger, Fürst Bismarck u. die Parlamentarier. III. 2
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