Druckschrift 
Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
Entstehung
Seite
44
Einzelbild herunterladen
 

44

Daz wir heynacht bei euch bleybenVnd die nacht bei euch vertreiben?

Wann wir bei nacht vngern reytenHye zue diesen zeyten.

Der wirt traurigklichen sprach:

Herre, ich han vil vngemachVnd jch mag euch nicht behalte,

Alz ich von rechte solte.

Der Rytter sprach mit guten syeten:

Herre, wir wollen euch nichtz bitten,

Dan daz wir noch heynacht bei euch sein.Ich han hye selber mein wein,

Dar zue laßt vns bryngenVmb vnser pfennynge,

Dez wir heynacht Süllen leben.

Dye wil ich gern gebben.

Dar zue mögen wir leicht haben.

Der arm rytter zuem gast sprach: siezet abeDaz sal euch vnversaget sein.

Da zoch man die roß jnn.

Er nam den Rytter bey der hant.

In der selben weile wart ym bekantSeyn dochter vnd sein weip.

Von der bayder leip

Wart der gast wol enpfangen.

Der jungfrauwen wangenWaren beyde rosenvar,

Ir leip waz wol kummen dar,

Ir äugen klare, ir hende weiß.

Hett got wol mit HeißNach wünsch an sye geleit,

So dörfft die mynnekliche maytNicht schöner gewesen sein.

Dem gast säezt man da beyDen stuel vnd ein küssein.

Da hieß er here tragen den wein.

Mit freuden er da tranck.

Dye weyle daücht jn nit lanck.