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2 (1878) Leopardi's Weltanschauung. Geschichte des Menschengeschlechts. Gespräche. Gedanken
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unthätig ist, nicht aber gelangweilt. Langeweilekönnen nur die empfinden, die Geist haben. Jemehr Geist Jemand hat, je häufiger, peinlicher undentsetzlicher leidet er unter der Langenweile. Diemeisten Menschen finden hinlängliche Beschäftigungam Ersten Besten, hinlängliches Vergnügen an jedernoch so abgeschmackten Beschäftigung, und wenn sievöllig müßig sind, empfinden sie darum noch keinsonderliches Mißbehagen. Daher kommt es, daß fein-fühlige Menschen so oft mißverstanden werden, wennsie von Langerweile sprechen, und der großen MasseAnlaß zur Verwunderung oder gar zum Lachen geben,wenn sie sich über die Langeweile beklaget! mit sostarken Ausdrücken, wie man sich nur über die größtenund unabwendbarsten Leiden des Lebens zu beklagenpflegt.

VXVIII.

Die Langeweile ist in gewisser Hinsicht das er-habenste aller menschlichen Gefühle. Nicht daß ichglaubte, aus der Prüfung dieses Gefühls folge alldas, was viele Philosophen daraus folgern zu könnenglaubten; gleichwohl aber scheint mir die Empfindungder Unfähigkeit, durch irgend Etwas auf dieser Erde,ja so zu sagen nicht einmal von der ganzen Erdeselbst befriedigt zu werden, die unausmeßbare Weitedes Baumes, die Zahl und wunderbare Masse derWeltkörper zu betrachten und Alles gering und kleinzu finden im vergleich zu dem Fassungsvermögen des