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Auszug aus der Kaisergeschichte.
Gerechtigkeit des großen Kaisers zu ihnen gedrungen war,einer Tugend, welcher er noch durch seine ernstschönenGesichtszuge, seinen schlanken Glicderban und die anständigeStärke seines Körpers höhern Reiz verlieh. Ehe er Besucheannahm, genoß er gewöhnlich etwas Brod, um nicht durchdas von der Nüchternheit herbeigeführte Erkalten des Blu-tes lim das Zwerchfell von Mattigkeit und Entkräftung be-fallen und somit zu Besorgung der Staatsgeschäste, die ergleich dem beste» Hausvater mit unbegreiflicher Sorgfalt sichangelegen seyn ließ, unfähig zu werden.
Ruhmsucht und Prahlerei waren seinem Charakter fremd,aber Milde bezeichnete denselben in einem so hohen Grade,daß er, als der Senat heftig in ihn drang, Verschwörergegen sein Leben zu bestrafen, die Untersuchung niederschlug,mit der Aeußernng, es bedürfe keiner zu strengen Aufsuchungderjenigen, die ein Verbrechen gegen ihn im Sinne gehabthätten, damit man nicht, wenn eine größere Anzahl sichherausstclle-, erführe, von wie vielen er gehaßt würde.
Antoninus starb auf seinem eigenen Landguts Lorii, zwölfMeilen von Rom, nach einer dreiundzwanzigjährigen Regie-rung an einem mehrtägigen Fieber. Es wurden ihm Tem-pel, Priester und andere Ehrenbezeugungen znerkannt. Sanft-mnth hatte dieser Kaiser in einem so hohen Grade besessen,daß, als einstmals der Römische Pöbel, welcher die herr-schende Getreidcnoth ihm znschrieb, mit Steinen nach ihmwarf, Antoninus denselben lieber durch Auseinandersetzungder wahren Ursache beruhigen, als die Störung der Ord-nung bestrafen wollte.