252 Sextus Aurelius Victor.
so schmerzlich empfand, daß er mit dem Kopf heftig gegendie Wand rannte, sein Haar wachsen ließ, Trauerkleideranlegte und auch sonst noch in seinem übrigen Aeußern dieZeichen seiner Trauer blicken ließ. Das Beispiel seinesOheims, welcher zuerst, um sich bei dem Heere beliebt zu >machen, die Soldaten mit dem gewinnenden Namen „Ka-meraden" angeredet hatte, mißbilligte Augustus sehr, weiler dadurch das Ansehen des Heerführers geschwächt hatte.Gegen die Römer betrug sich Augustus sehr milde: seinenFreunden, unter welchen Mäcenas wegen seiner Verschwie-genheit und Agrippa ") wegen seiner unermüdlichen Thätig-keit und Mäßigung den ersten Rang bei ihm behaupteten,war er sehr ergeben, auch schätzte und liebte er den DichterVirgil. So selten Augustus freundschaftliche Verhältnisseankuüpste, so standhaft blieb er ihnen treu. Für die Wissen-schaften, namentlich für die Beredsamkeit, empfand er eine sogroße Vorliebe, daß er keinen Tag, nicht einmal im Feld-lager, vergehen ließ, ohne etwas zu lesen, niederzuschreibenoder zu declamiren. Gesetze ließ er theils neu, theils ver-bessert unter seinem Namen erscheinen. Rom wurde vonihm mit vielen Gebäuden erweitert und verschönert, dahersein Stolz sich in den Worten gefiel: eine Stadt von
Arminius im Jahr 9. n. Chr, Geb. im Teutoburger Walderlitt.
») Awei Männer, von welchen sich Agrippa durch kriegerischeTalente, der andere durch einen schönen menschlichen Sinn,beide aber durch eine große Klugheit und Mäßigung «us-zeichncten.
»») Sie heißen nämlich julische Gesetze.