Auszug aus der Kaisergeschichte. 25 Z
Ziegelsteinen habe ich gefunden, von Marmor hinterlasseich sie: Augnstns war sanft, einnehmend, herablassend undvoll Witz und Geist. Er mar schön von Person, hatte aberbesonders schöne Angen. Sein Augapfel funkelte gleich demhellsten Stern und es machte ihm Vergnügen, wenn diejeni-gen, welche seinem Blick begegneten, vor ihm wie vor denStrahlen der Sonne, das Auge niedcrschlugen. Einst wandteein Soldat von seinem Angesichte die Augen weg und ent-gegnere, von Augnstns um die Ursache davon befragt: weilich den Bliy deiner Augen nicht ertragen kann. Allein sogroß dieser Mann war, so war er doch keineswegs frei vonFehlern. Er war etwas unduldsam, leicht zum Zorne, jedochauch zur Versöhnung geneigt, insgeheim voll Mißgunst,öffentlich Parteihaupt; überdies; war er von einer allenGlauben übersteigenden Herrschsucht erfüllt und ein leiden-schaftlicher Würfelspielcr. Zwar wußte er sich im Genüsseder Speise» und des Weins, in einem gewissen Grade auchin dem des Schlafes sehr zu mäßigen, aber in den Genüssender Wollust war er so wenig Herr über sich, daß er sogarGegenstand ärgerlicher Stadtgespräche wurde. Bei Tischenahm er gewöhnlich seinen Platz zwischen zwölf Lustknabenund einer gleichen Anzahl Mädchen. Auch hatte er, gefes-selt von der Liebe zu der Gattin eines andern, P nämlichzu der Lioia, seine Gemahlin Scribonia verstoßen, undverband sich, scheinbar mit Einwilligung ihres Mannes, miterstcrer, wiewohl sie bereits zwei Söhne, den Tiberios undDrusus, hatte. So sehr aber Augnstns selbst Sclave der
P Nämlich des Tiberius Claudius Nero.