Auszug aus der Kaisergeschichte. 251
Völkerschaften ) und der Bastarner machte er dadurchein Ende, daß er sie zu einem friedlichen Einverständnissezwang. Die Perser sandten Geißeln an ihn und stellten dieBesetzung ihres Königsthrones seiner Wahl anheim; dieInder, Scythen, Garamanten und Aethiopier ließen ihmdurch Gesandte Geschenke überreichen. Friedensstörungen,Kriege und Feindseligkeiten verabscheute Augustus so sehr,daß nur die gerechtesten Ursachen ihn zu einem Kriege gegenein Volk bewegen konnten. Es verrathe, pflegte er znäußern, einen hohen Grad von Eitelkeit und Leichtsinn, dieRuhe der Bürger aus Heißhunger nach einem Triumpheund einem Lorbeerkranze oder nach unfruchtbaren Blättern,durch die ungewissen Erfolge der Waffen in Gefahr znstürzen. Und für Niemanden zieme ein unbesonnener undgewagter Schritt sich weniger, als für einen guten Regenten:schnell genug geschehe, was zu rechter Zeit geschehe. DieWaffen dürfe man nur dann, wenn ein größerer Gewinnsich erwarten lasse, in Bewegung setzen, sonst möchte dieErwerbung eines neben geringen Vortheilen von empfindli-chen Verlusten begleiteten Sieges einer Fischerei mit golde-nen Angeln ähnlich seyn, wo, wenn diese abrissen und ver-loren gingen, auch der reichlichste Fang den Verlust nicht zuersetzen vermöge. Unter der Regierung dieses Kaisers wurdeein Römisches Heer nebst den Tribunen und dem Proprätorjenseits des Rheins niedergehanen, ein Unfall, den er
P An der nieder» Donau und am schwarze» Meere.
"*) In einem Theile des heutigen Podvlien und Gallicien.
»»») Victor meint hier die Niederlage, welche Varus durch