223
Kaisergeschichte.
eingeführt, das zwar bei den bescheidenen Forderungen derdamaligen Zeiten sich erträglich finden ließ, jetzt aber wahr-haft verderblich für den Staat geworden ist. Während Jv-vins gegen Alexandrien zog, erhielt der Cäsar Maximiannsvon diesem den Befehl, seinen Reichsantheil zu verlassenund sich, um die Einfälle der Perser abzuwehrcn, nach Me-sopotamien zu begeben. Anfangs erlitt Maximianns schwereVerluste, zog aber in Eile alte »nd neue Truppen zusammen,rückte durch Armenien — ein Weg, der fast einzig oder dochunter den wenigsten Schwierigkeiten zum Siege führt — demFeinde entgegen, schlug ihren König Narseus und zwang ihnsich nebst seinen Frauen, Kindern und dem ganzen Hofe, ihmzu ergeben. Der Sieg war so vollständig, daß, wen« üichtValerius, der die Oberleitung über das Ganze hatte, ausirgend einem unbekannten Grunde, seine Einwilligung dazuversagt hätte, die Römischen Fascen in eine neue Provinzgetragen worden wären. Indessen haben wir doch eineneinträglichen Gebietszuwachs erhalten, der aber freilichin der neuesten Zeit Gegenstand der kräftigsten Wiederer-oberungsversuche der Perser und eines schweren und ver-derblichen Krieges geworden ist. Fn Aegypten wurde
ch Die Perser mußten den Römern fünf Provinzen jenseitsdes Tigris überlassen. Vier derselben, im Norden desFlusses, Ware» Bezirke von unbedeutendem Umfang: Jnti-lene: Aabdizene, Arzazeue und Moroene, aber ostwärtsdes Tigris erwarben die Römer das große Land Karduene.Die Perser forderten schon in den letzten Jahren bonstan-tins des Großen die verlornen Provinzen zurück und droh-ten im Weigerungsfälle mit Krieg. Dieser entbrannte aufdas Heftigste unter Eonstantius.