Druckschrift 
Bd. 2 (1875) Arabische Sprache u. Literatur - Baumöl
Entstehung
Seite
795
Einzelbild herunterladen
 

Bauin6 Baumfcldcrwirthschaft. 795

Standeversammlung und im Novbr. Mitglied derFrankfurter Nationalversammlung, welcher er bisFebr. 1849, zur gemäßigt-liberalen Partei gehö-rend, beiwohnte. Später wanderte er mit seinerFamilie nach NAmerika aus, ließ sich in Milwaukeenieder u. war Consul für mehrere deutsche Staaten.Er schr.: Briese ans den Vereinigten Staaten indie Heimath, Kasse! 1851; Fortsetzung 1856.

Baume, Antoine, berühmter franz. Che-miker u. Pharmaceut, geb. 26. Febr. 1728 zuSenlis; war erst Apotheker, studirte dann Chemie,wurde 1752 Professor derselben an der phar-macemischen Schule zu Paris u. 1796 Mitgliedder Akademie der Wissenschaften, nach der Re-volution aber Kaufmann; st. 15. Octbr. 1804 inParis. Man verdankt ihm eine Menge verbesserterchemischer, technischer u. pharmaceutischer Präpa-rate, u. a. ein Aräometer, das noch in Gebrauchist. Er schr.: Naunsl äs ekiimis, Par. 1763 n. ö.,deutsch von v. Wasserberg, Wien1774; Nsrnvnts äspttarmaois, Par. 1762, 9. A., von Bouillon La-grange, ebd. 1818, 2 Bde; Opussnles äs ottimio,ebd. 1798, übers. Frkf. 1800; 6iiimis sxpsri-insntals sb raisormss, Par. 1773, 3 Bde., u. ö.,deutsch von Gehler, Lpz. 1775 s., u. v. a. Nachihm ist B-s Opium extract benannt worden.Die von ihm erfundene Aräometerscala (s. Aräo-meter) hat seinen Namen allgcm. bekannt gemacht.

Baumeister, 1) im weiteren Sinne so v. w.Architekt, s. L. 2) Im engeren Sinne Derje-nige, welcher nach Ablegung einer oder mehrererPrüfungen in den Staatsdienst eintritt. In Preußensind zwei Prüfungen erforderlich; nach Ablegungder ersten erhält der Candida! den Titel Bau-führer u. arbeite! als solcher, ehe er das zweiteExamen macht, praktisch unter der Leitung einesB-s od. Bauinspectors; zur Ausübung der Privat-praxis ist jetzt keine Prüfung mehr erforderlich.3) In manchen Städten das Mitglied des Stadt-rathes, welches die städtischen Bauten unter sich hat.

Baumeister, 1) Friedr. Christian, geb.17. Juli 1709 in Groß-Körnern bei Gotha; warseit 1734 Na^isisr lezxens zu Wittenberg u. seit1736 Rector zu Görlitz, wo er 8. Ocr. 1785 st.;er war ein Philosoph der Leibnitz-WolssschenSchule. B. schr. u. a.: kbilosoxttin äelioitivs,Wittenb. 1735; Institrttionss xbikosoxiiias ratio-nales, ebd. 1736 ; Ristoria äootrinae äs mnnäooptimo, Görl. 1741. Da seine Schriften vielfachbeim Schulunterrichte benutzt wurden, hat B. eini-gen Einfluß ans dis philosophische Bildung aus-geübt. 2) Joh. Wilh., geb. 27. Apr. 1804 zuGmünd; war erst Maler, studirte seit 1825 Thier-arzneikunde in Stuttgart, wurde Thicrarzt inGmünd, 1831 Lehrer der Thierarzneikundc andem Landwirthschaftlichen Institut zu Hohenheim,1839 Professor der Königlichen Thierarzneischulezu Stuttgart; starb hier 3. Febr. 1846. Er schr.eine Reihe von Schriften über das Pferd undPferdezucht, mit eigenen Zeichnungen; ferner:Handbuch der gesainmten Thierheilkunde, Stntlg.1844; Handbuch der landwirthschaftlichen Thier-kunde u. Thierzucht, ebd. 184347, theilweise in4. Ausl, erschienen. 3) Bernhard, Schauspieler,geb. 28. Sept. 1828 zu Posen, Sohn eineskleinen preußischen Beamten, von Lessen 10 Kin-

dern sich 3 dem Theater widmeten. Nach einerin Berlin erhaltenen Gymnasialbildnng machteB. 1847 zu Schwerin seinen ersten theatralischenVersuch, wurde im folgenden Jahre Mitglied desTheaters zu Hannover, 1850 des zu Oldenburgu. schließlich im Mai 1852 Mitglied des WienerBurgtheaters; 1859 zum k. k. Hofschauspieler er-nannt, ist er seit 1864 - mit Panline Perl ver-heirathet. B. spielt mit Glück n. Erfolg Bonvi-vants u. komische Charakterrollen. Als vortrefflicheLeistungen von ihm verdienen genannt zu werden:Falstaff, Perin, Petruchio, Götz u. a. 4) Wil-helm, Bruder des Vor., geb. 17. Nov. 1815zu Berlin; hat erst nach einer militärischen Lauf-bahn die Bühne, u. zwar unter dem PseudonymBaumüllcr betreten. In Leipzig, Nürnberg, Ham-burg, Schwerin, Breslau, zuletzt am königlichenHoftheater zu Berlin engagirt, war er früher einanerkannter Bonvivant, ein Fach, m dem er mitdemselben Beifall auftrat, wie später in den äl-teren komischen u. Charakterrollen. In Leipzigverheircnhete sich B. mit Therese Ringelhardt,der Tochter des dortigen Theaterdirectors; unter-nahm Gastspielreisen nach Wien (Hofburgtheater),Dresden, Frankfurt rc. u. ließ sich dann, noch imVollbesitze seiner physischen wie psychischen Mittel,zum Leidwesen des Berliner Pnblicums pensioni-ren. Seine Schwester 5) Marie, geb. 1. Febr.1820 zu Berlin; galt als vortreffliche Darstellerinjugendlich naiver u. sentimentaler Liebhaberinnenu. erreichte als solche den Höhepunkt währendihres Engagements in Leipzig u. Hannover. Seit1856 mit dem Director des JosephstädtischenTheaters zu Wien, Joh. Hoffmann, verheirathet,wirkte sie nach dessen Ableben in Mannheim u.ist vom 1. Sept. 1875 für das Fach der komischenMütter am Hamburger Thaliatheater angestelll.Luise (Kabale u. Liebe) u. Puck (Sonnnernachtsträum) werden als Hauptrollen ihrer Glanz-periode genannt. 4) S> Kürschner.

Baume-les-Damcs, Stadt im gleich». Arr.des franz. Depart. Donbs, am Doubs, am Rhein-Rhone-Kanal und an der Lyoner Bahn; Gericht1. Instanz; Gerberei; Ausbeute von Gips undrothem Marmor; 2463 Ew.

Baume-les-Mcssicurs, Ort im Arr. Lons-lc-«aunier im franz. Dep. Jura, in einer Schluchtder Seilte; Gipsbrüche; Stalaktitengrotten; merk-würdige ehemalige Abtei; 660 Ew.

Baumfarne, tropische, bis 50 Fuß Höhe er-reichende Farne mit rauhem Stocke, welcher mitden abgestorbenen Resten der alten Blattstiele be-setzt ist u. einen Wipfel sehr großer, vielfach ge-fiederter, höchst zierlicher Blätter trägt (s. Farne).

Baumfalke ist der Lerchenfalke (§aIoo snb-inttoo T,.).

Banmfelderlvirthschaft, eine von dem Ober-forstraih Cotta in Tharand vorgeschlagene Artder Bewirthschaftung des Ackerlandes, nach welcherdasselbe abwechselnd zum Wald- u. Getreidebaubenutzt wird. Das abgeholzte u. gerodete-Landod. das Land, welches zu Wald gemacht werdensoll, wird wechselweise in 57 m u. 1'2 mbreite Streifen gelegt. Die schmalen Streifenwerden mit Bäumen in zwei abwechselnden Reihenbepflanzt, während die dazwischen liegenden drei-