Druckschrift 
Bd. 2 (1875) Arabische Sprache u. Literatur - Baumöl
Entstehung
Seite
483
Einzelbild herunterladen
 

483

Babel

mouth in Devonshire; studirte in Cambridge,wurde hier 1828 Professor der Mathematik, gababer diese Stelle 1839 wieder auf und lebteseitdem in London den mathematischen Studien.Er erfand eine ausgezeichnete Maschine zur Be-rechnung u. zum Druck mathemat. u. seemänn.Taseln, welche er in Mrs ^xplioalwn ok Nnviri-osr/ to mnÜrsmatrsLl Inbiss, 1822, beschrieb u.mit deren Bau er von der Regierung 1828 be-auftragt wurde, welcher aber wegen zu großerLosten unvollendet blieb. Er st. 20 Oct. 1871.Seine wichtigsten Schriften sind: Inblss ok Ic>-Karrtlrms, neueste Ausg., Loud. 1872; Oompara-tivs Viorv cck tbs äitkersirt, Institntions kor ^s-suranos oklüle, ebd. 1816 (deutsch, Weim. 1827);Leüeetrous ou tbe Osokias ob Lsreuos in Ln§-lavä, ebd. 1830; Llnunknobures nuä Llaobrusr^ob krsat Lrrt-rm, ebd. 1832, 4. Allst., 1846(deutsch von Friedenberg, Berl. 1833); Mrs Lx-xosrtron vk 1851, ebd. 1851; InssnAssIrombdsPiks ok a Ibrlosoxber, ebd. 1864; auch übersetzteer mit Herschel u. Peacock Lacroix' Irnits äuealoul ärksreutisl et äu enloul intsArnl. DieZahl seiner Werke beläust sich auf etwa 80. EinVerzeichniß derselben ist in Welds 8rstor^ ok tbsLoM Socrst/ enthalten.

Babel, so v. w. Babylon.

Bab el Mandeb (Meerenge von Mocha, Thrä-' neu-, Trauerpforte), Meerenge zwischen dem Rothenn. Indischen Meere, zwischen dem afrikan. Vor-gebirge Dschebel Dschizarn (Ras Sejän) und demDschebel B. el M. auf der arab. Küste. Die von denEngländern befestigte, wasserlose Felseninsel Perimtheilt die 22 üm breite Straße in 2 ungleicheTheile, in die schmale, allein fahrbare Kleine Straße(dlarrov Ltrsst) u. die gefährliche breitere GroßeStraße aus afrikanischer Seite. In jener geht dieMeeresströmung süd-, in dieser nordwärts. VierMonate weht hier NWind, dann SWind. Ausafrikanischer Seite liegen die Sieben Inseln, derenBerge als Landmarken dienen. Der Name B.el M. rührt von der Gefährlichkeit der Straße fürkleinere Schiffe bei ungeschickter Führung her.

Babelsberg, Schloß des Deutschen KaisersWilhelm 1. bei Potsdam, aus einer Anhöhe an derHavel, 183549 erbaut, mit hübschem Park. DasSchloß ist nach Schinkels Plan im normannischenStil gebaut u. prachtvoll ausgestattet, der Parkvom Fürsten Pückler angelegt. Ein hoher Thurmüberblickt weit die reizende Umgebung.

Babenberg (Altenburg), Burg, 2 km westlichvon Bamberg, erbaut von dem Grasen Heinrichln OFranken (866886) u. zu Ehren seiner Ge-mahlin Baba genannt. Hier wurde 1208 der KaiserPhilipp von Otto v. Wittelsbach ermordet; 1525wurde B. von den Bauern erobert. B. war derStammsitz der Grasen v. B. (Babenberger), welchedurch Baba von Lein fränkischen Königshause ab-stammen wollten n. schon im9. Jahrh. im jetzigenOber- Franken reich begütert waren. Außer dem ge-nannten Heinrich sind bemerkenswerth: sein SohnAdalbert I, welcher mit seinen Brüdern Heinrich u.Adelhard sich 902 gegen den mächtigen FrankenherzogKonraü erhob. In der hieraus entstehenden Ba-benberger Fehde fiel Heinrich im Gefechte,Udelhard wurde oeianaen u. enthauptet; Konrad

Babeuf.

selbst kam im Streite mit Adalbert um das Leben,u. Letzterer wnrde nun vom König Ludwig vorGericht geladen u. in seiner Burg Theres amMain belagert. Obschon er sich ergab, wurde erauf Antrieb des Erzbischofs Hatto von Mainzzum Tode verurtheilt u. enthauptet; seine Gütertheilten feine Besieger. Sein Enkel, Graf Leopold I.,Sohn Adalberts II., ward 983 Markgraf vonÖsterreich u. stiftete die Linie der BabenbergischenMarkgrafen von Österreich, welche 1246 mit Fried-rich I. dem Streitbaren ausstarben; s. u. Oester-reich. Eine von dem jüngeren Sohne HeinrichJasomirgotts (gest. 1147) Heinrich abstammendeNebenlinie waren die Herzoge von Österreich-Mödling, Herren des Landes unter dem Gebirge,welche mit Heinrich dem Grausamen 1226 aus-starben.

Babenberger Fehde, s. u. Babenberg.

Babenhausen, 1) Marktflecken an der Günz,ehemaliger Hauptort der gleichnamigen Reichsherr-schaft im Bez.-Amte Jllertissen des bayer. Regbez.Schwaben u. Neuburg, Besitzung u. Residenz desFürsten Fugger-Babenhausen; Landgerichtssitz; 2Schlösser (altes u. neues) mit schönen Gärten, Armen-haus; Bierbrauerei, Flachs-u. Wergspinnerei; Feld-u. Ackerbau; 1850 Ew. Der Ort nebst Herrschaftgehörte 1236 dem Grafen Ulrich von Tübingenu. kam dann nach u. nach in den Besitz derer v.L-chöneck, v. Rotenstein, v. Rechberg; 13371671war B. eine Stadt mit Ulmer Recht, verlor aberseine Jurisdiction infolge eines Aufruhrs u. sanknun zum Markte herab; 1539 kaufte die Herr-schaft Anton Fugger u. löste die württembergischeLehnspflichtigkeit ab; 1803 wurde dieselbe einFürstenthnm; aber schon 1806 erfolgte dieMedia-tisirung. 2) Stadt an der Gersprenz, im KreiseDieburg der hessischen Prov. Starkenburg; vor-maliges gräflich hanauisches Residenzschloß (jetztMilitärstrafanstalt), Pfarrkirche mit Holzschnitz-werken; Garnison; Flachs- n. Hanfbau; 2680Ew. B. war seit dem 11. Jahrh. eineBesitzung der Herren von Hagen (von Münzen-berg), nach deren Anssterben 1256 es an Rein-hard I., Grafen v. Hanau, kam u. 1458 bei er-folgter Theilung der Hanau-Lichtenbergischen Liniezufiel. Bei dem Anssterben derselben 1736 nahmHessen-Kassel von B. Besitz u. behielt es im Ver-gleiche von 1771; es kam 1807 unter franz. Ver-waltung u. 1810 an das Großherzogthmn Hessen.Die Stadt vertheidigte sich 1635 tapfer gegen dieKaiserlichen.

Baber (Babber, Timorlant), waldiges Insel«chen der südöstlichen Gruppe der Banda-Inseln; dieEinwohner treiben Sklavenhandel.

Babcr (Gesch.), so v. w. Babur.

Babeuf (Baboeus), Francois No'öl, franz.Commuiiist u. Verschwörer, geb. 1764 zu St.Quentin; war erst Schreiber bei einer Vermessungs-commission, schloß sich dann der Revolution anu. ward 1790 wegen einiger Aufsätze in dem zuAmiens heranskommenden 6orrssponäant Ilearckverhaftet, aber durch Marats Bemühungen wiederentlassen; zur Zeit der Schreckensherrschaft stand ermit Danton n. Robespierre in Verbindung, dochohne eine Rolle zu spielen; erst nach RobespierresSturze sammelte er die ultrademokratischen Elemente

31 *