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Azincourt
astronomischen oder geodätischen Instrument, aufwelchem Horizontalwinkel gemessen werden. Azr-muthallinie, die gerade Linie, welche den Durch-schnitt der Verticalebene mit der des Horizontsbildet. Azimuthalquadrant, jeder Quadrant,mit welchem horizontale Winkel genommen werden.(S. Tafel II. zur Astronomie, Fig. 1)
Azincourt (Agincourt), Dorf im Arr. St. Poldes franz. Deport. Pas de Calais; Steinkohlen-gewinnuug. Hier den 25. Oct. 1415 Sieg dernur etwa 14,000 Mann starken englischen Armeeunter Heinrich V. über die 50,000 Mann starkenFranzosen; Letztere verloren 10,000 Mann. Durchdiesen Sieg war die Kraft Frankreichs 14 Jahrelang gebrochen, bis die Erfolge der Jeamie L'Arcsie wieder zum Aufleben brachten.
Aziz (arab., d. h. der Starke), Name mehrererKhalifen u. Sultane von Ägypten.
Azo, 1) Porcius Soldanus, Schüler des Joh.Bassianus; lehrte zu Bologna mit großem Erfolgedie Rechtswissenschaften; st. 1230. Non ihmLuwmucoäicis; ^.ppursckus aä coäicsm, Par. 1577. 2)A. Lambertaccius, auch ein Bolognese, bedeu-tender Lehrer des Kanonischen Rechtes; schrieb:Huasstiönss in jus canonicum; st. 1289. 3) A.de Ramenghis, ebenfalls Lehrer des KanonischenRechtes; schr.: Repetitorien über Stellendes I)e-erstnin, Vened. 1496, Mail. 1567 u. ö.
Azognes, Flecken des Distr. Azuay der Prov.Cuenca der südamerikanischen Republik Ecuador;reiche Silber u. Quecksilbergruben; versendet seineStrohhüte.
Azoisch (v. gr. a privativuin u. 2üon, lebendesWesen, Thier, d. h. ohne alles Leben), nannteman früher die untersten Schichten der paläozoischen,d. h. mit den ältesten lebenden Wesen gleichzeitigabgelagerten, sogen, geschichteten Gesteine, z. B.den ältesten Thonschiefer. Man glaubte nämlichdieselben vollkommen frei von allen Versteiner-ungen lebender Wesen u. schloß daraus, daß zurZeit ihrer Entstehung Thiere noch nicht existirthätten. Indessen ist durch die Entdeckung desLonoon osnsäsllss, einer zu den Rhizopoden od.Wurzelfüßern gehörigen niederen Thierform, inden azoischen Schichten Canadas, Böhmens rc.,nachgewiesen, daß diese Meinung irrig war.
Azoren (Azoren, Azorische Inseln, Habichts-Inseln, bei den Engländern Western Islands), vul-kanische, Portugal gehörende Gruppe von 9 Inseln,westlich von Afrika im Atlant. Meere; 2583 Hsslrm(46,g dsM), mit 252,600 Ew. (Portugiesen u.Neger), die zwar körperlich u. geistig wohlbegabt,aber bei dem mangelhaften Schulwesen unwissendfind. Die Inseln sind äußerst fruchtbar (Süd-früchte, Getreide, Kaffe, Zucker rc.); doch sinddie Wälder vertilgt, die Weinreben verheert, wes-halb viele Bewohner bei dem dazu vorherrschendenGroßgrundbesitze nach Brasilien u. den Antillenauswandern. Hauptausfuhr: Orangen (nach Eng-land u. Amerika), Orseille, Hülsensrüchte, Wein,Branntwein, Käse, Butter, Schweine. Industriefehlt; daher versorgt England die Inseln mitManufacturwaaren. Die Inseln haben ein sehrgleichmäßiges, gesundes Klima (mittlere Temperatur13"!!.). NachderGröße geordnet folgen auf einander:San Miguel, Terceira, Pico, San Jorge, Flores,
— Azotum.
Fayal, Santa Maria, Graciosa, Corvo. Näheresdarüber unter d. einzelnen Artikeln. Politisch sind siein 3 Distr. getheilt: Angra de Heroismo, 771 fJstn,(14dM),72,211Ew.; Horta, 738>Istcm(iz,,siM)64,985 Ew.; Ponta Delgada, 1074 ÖKm (18HW), 110,832 Ew. Sie sind vulkanischen Ur-sprunges, gebirgig, höchster Gipfel der Vulcan Picoaus der Insel Pico, 2175 m hoch. Die A. sollennach Einigen Überbleibsel der Atlantis der Alte,,sein, was in so fern richtig sein dürfte, als sie einerweiten, weniger tiefen Stelle des Atlant. Oceanzangehöreu, welche wahrscheinlich einst ein Festlandwar (s. Atlantis). Nach den panischen Münzen,welche auf Corvo gefunden wurden, ist es, wieüberhaupt schon sehr glaublich, kaum zu bezweifeln,daß die A. schon den Carthageru bekannt gewesen,sowie weitere Spuren darauf Hinweisen, daß auchdie Normannen u. die Araber die A. kannten, so daßman also nur von einer Wiederauffindung derselben,nicht von einer Entdeckung durch die Portugiesensprechen kann. 1437 entdeckte der Comthur GonxaloVelho Cabral die Formigas, 1433 Santa Maria;1444 wurde San Miguel, 1449 Terceira, SanJorge, Fayal, Flores, Corvo, 1453 Graciosa aus-gefunden. Bewohner fanden sich auf keiner derInseln; diese sandte erst Portugal, in dessen Besitzsie genommen waren, u. zwar zuerst nach SantaMaria u. San Miguel; später, nachdem 1468König Alfons V. die Insel Fayal an Jsabella,Herzogin von Burgund, seine Tante u. die MutterKarls des Kühnen, abgetreten, siedelten sich Flam-änder dort an, woher die Inseln Jlhas, Flamen-gau, Flamändische, Flandrische, Vlämische ge-nannt wurden. Jsabella sandte als Statlhrlterden Jobst van Härter aus Meerkirchen hin, der1486 dem Martin Behaim seine Tochter Jo-hanna zur Gattin gab und diesen berühmten Kos-mographen längere Zeit bei sich in Fayal hatte.Nach dem Tode der Herzogin fiel Fayal wiederan Portugal zurück, u. 1580 — 1640 standen dieA. außer Terceira mit Portugal unter spanischerHerrschaft. 1582 wurde bei den A. die französischeFlotte, welche den portugiesischen KronprätendentenAntonio von Crato unterstützen wollte, von denSpaniern geschlagen. Jndeß folgte mit der span.Herrschaft eine bessere Zeit für die A., da vieleSpanier sich dort ansiedelten u. mit den früherschon dort eingewanderten Morisken die Cullurhoben, die später freilich wieder sank, trotz derBemühungen Pombals, u. sich erst wieder hob, alsein freierer Handelsverkehr besonders seit Anfangdieses Jahrhunderts auch von Seiten der portu-giesischen Regierung gefördert wurde. In derneueren Geschichte Portugals spielten die A. eineRolle, insofern Terceira der Königin Donna Mariada Gloria und Dom Pedro ein Asyl gegen DomMiguel bot u. von hier der Angriff gegen DomMiguel ausging, nachem Graf Villaflor bei 4.er-ceira die Flotte Miguels besiegt hatte. Vgl.Hartung, die A., Leipz. 1860; Godman, d>atu-ral lüotorv ok tirs ^orss, Lond. 1870. ,
Azöros (Azoriou, a. Geogr.), Stadt in Theisa-lien, am westlichen Abhange des Olympos (beimjetzigen Vuvala). ,,
Azotum (Azot, fr. -Inoto), in Frankreich ge-bräuchlicher Name des Stickstoffes, v. gr. a MV.
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