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Azem-Oglam
inneren Neigung nachgebend, sich der Malerei n.Musik widmete; sein Vater bestimmte ihn dagegenfür die militärische Laufbahn; jedoch nachdem SN.A. einige Zeit als Offizier in einem sardinischenReiterregiment gedient, mußte er aus Gesundheits-rücksichten seinen Abschied nehmen u. gab sich nunmit des Vaters Zustimmung ganz der Malereihin; 1821 hatte er durch seine Landschaften schoneinen Künstlernamen in Rom sich erworben. Nebender Malerei trieb er nun auch geschichtliche Studienu. durch den Umgang mit Alessandro Manzoni,dessen Tochter er heirathete, in Mailand seit 1830auch Schriststellerei. 1833 enthusiasmirte er ganzItalien durch seinen ersten größeren Roman: LttoreI'isramosoo, u. durch den zweiten Roman: XieoioLs Unxi (1841) weckte er das Nanonalgesühl derItaliener. Mit diesen literarischen Arbeiten hatteer bereits das politische Gebiet betreten, auf demer nun in Verbindung mit seinen Freunden Balbou. Gioberti für die nationale Erweckung n. Er-hebung Italiens weiter arbeitete, dabei jedoch ent-schieden gegen die Geheimbündelei ankampfend.1844 in Turin, suchte er den König Karl Albertfür freisinnige Institutionen zu gewinnen, geißeltedaraus in seiner Schrift: vs^ii Ultimi onsi äi Ilo-wLAna die Zustände im Kirchenstaate u. führteden italienischen Fürsten vor, wie nothwendigeine nationale Politik sei. 1840 kehrte er nachRom zurück n. betheiligte sich lebhaft an den Re-formen des neuen Papstes Pins IX.; er über-reichte auch im März 1848 mit dem Pater Ven-tura u. anderen Patrioten dem Papste eine Petitionwegen Einberufung eines italienischen Parlaments.Im selben Monat ging er als Oberst in dempäpstlichen Hilfscorps nach Venedig, wurde imJuni bei Vicenza, wo er eine Legion comman-dirte, gefährlich verwundet u. begab sich nun nachFlorenz, wo er durch die Presse gegen die re-publikanische Partei wirkte, wie er überhaupt denNamen, den er erlangt, dazu benutzte, die öffent-liche Meinung in Italien für das savoyischeKönigthum zu gewinnen. 1849 in das sardi-nische Parlament gewählt, wurde er nach derSchlacht von Novara vom neuen König VictorEmannel am 7. Mai an die Spitze des Mini-steriums und zur Leitung der auswärtigen An-gelegenheiten in demselben berufen. Jndeß saher in dieser Stellung wegen seiner zuwartenden,vermittelnden, namentlich aber Frankreich gefälligenPolitik bald die Liberalen in Opposition, u. als1852 Ratazzi Kammerpräsident geworden, gaber seine Entlassung ein, wurde aber mit Bild-ung eines neuen Cabinets beauftragt, dasjedoch schon am 30. Oct. infolge der Streitig-keiten mit dem Klerus über das Ehegesetz zurück-trat. U. wurde nun Ehrenadjutant des Königs,blieb als solcher stets in dessen Nähe, begleitetechn auch 1855 nach Paris n. London, wo er Ge-sandter wurde. Nachdem er während des Kriegesvon 1859 mehrere wichtige Missionen ausgeführt,wurde er als Bevollmächtigter Sardiniens in dieRomagna, dann als Gouverneur nach Mailandgesandt. Im Sept. 1860 trat er von diesem Postensib u. zog sich ins Privatleben zurück, blieb jedochÄscher noch Rathgeber des Königs u. publicistischthälig; so wirkte er namentlich für Erhebung Roms
— Azimuth.
zu einer freien Stadt Italiens u. für Verlegungder königlichen Residenz nach Florenz, brachte auchdie Regierung in Verlegenheit durch seine offenenBriefe an den Senator Matteucci über das Selbst-bestimmuiigsrecht der Neapolitaner hinsichtlich ihrerStellung zum neuen Königreich Italien. Danebengab er sich aus seiner Villa Cannero am Lago-Maggiore der Malerei und der Vollendung seinerMemoiren hin, die nach seinem am 15. Jan. 1866eiugetreteuen Tode unter dem Titel: I insi rioorcki,2. A., Florenz 1867, 2 Bde. (deutsch im AuszugevonL.V.B., 1870),erschienen; seineOorrosxonäanesxolitigns gab Rendn, P.ar. 1867, heraus. AußerLen oben genannten Romanen schrieb er noch(jus-ckioni urMirti, Flor. 1861, u. mehrere poli-tische Flugschriften, gesammelt Turin 1851. Nach-gelassene Schriften, herausgeg. von Ricci, Flor.1871. Sammlung der kleineren Schriften vonTabarrini, ebd. 1873, 2 Bde. Biographien vonLang, in den Preuß. Jahrb. Bd. 17, Berl. 1866;Ratti, Asti 1868, n. Pavesio, Flor. 1871. Car-cano gab noch I-sbtsrs n sus mo^lis IwuisnLlonäoi, Mailand, 2. Ausl., 1871, heraus, d. i.A-s Briefe an seine 2. Gattin Luise, geb. Blondes(st. im April 1871 in Bergamo). 3)Ein andererBruder, Luigi Taparelli, Jesuit, gest. 24. Sept.1862 zu Rom, machte sich als Leiter der Liviltsouttolion einen Namen als gewandter Vertheidigerdes Papstthums.
Azem-Oglam (türk., Kinder des Tributs),ehemals 700 im Serail zu Constantinopel erzogeneKinder, meist Christenkinder, die von weißen Ver-schnittenen drei Jahre lang in der Religion unter-richtet u. an Schweigen gewöhnt, später geringeHofbedienstete wurden. Dagegen Azutsch-Oglam,Kinder, die zwar auf Kosten des Sultans u. unterder Leitung von Verschnittenen, aber in höheren,des. Sprachwissenschaften u. ritterlichen Übungen,daneben auch in einem Handwerke unterrichtet wurden,auch zu höheren Ämtern gelangen konnten.
Azen, s. Atzen.
Azimghur, 1) District der NWProvinzen desIndo-Britischen Reiches; begreift6553sDIcm (110sZM), mit 1,700,000 meist dem Islam ungehörigenEw.; uralter Sitz »Kindischer Cultur. 2) Stadtdarin am Tons; Handel mit Baumwollenwarenu. Opium; 13,400 Ew.
Azrmuth (arab.) bezeichnet den Bogen desHorizonts, der zwischen dem SPunkte u. dem durchden Scheitelpunkt des Beobachters gehenden Ber-ticalkreise eines Gestirnes liegt. Je nachdem derBogen vom Mittagspunkte ab nach O. oder W.auf dem Horizont bis 180" fortgezählt wird, hatman einen östlichen oder westlichen A. Durch A.u. Höhe wird der Ort eines Gestirnes am Hinimelfür die angegebene Zeit völlig bestimmt. A. derMagnetnadel, Bogen des Horizonts zwischendem magnetischen u. dem astronomischen Meridian.Daher azimuthal, den Scheitelpunkt betreffend:Azimuthaldisserenz, der Unterschied zweierA-e; ergibt sich in den Finsternißberechnungen,wenn man die Distanz des Mondes von derSonne oder vom Sterne mit dem Sinns des A-winkcls multiplicirt. Azimuthalkreis, 1) so v.w. Almukantharat; 2) jeder in Grade u. s. w.eingetheilte, wagrecht gestellte Kreis an einem