Hs. 2, MO* VON DEM MAN, DER BEICHT DER
FRAWEN.
Eyn man vor einem wald saß.
In daticht, er seß nydert baß,
5 Wann jm die kircli zu ferre lack.
Daß kam an eynem palrn tack,
So die leut gern zu kirchen sint.
Nu bet der man vil kleine kintVnd was der snee gefallen groß,
10 Das jn des kirggans verdroß.
Er nam zu seinem weybe rot.
Seyt kein pfat zu kirchen ghot,
So wird liie heim beichtig mir!
Sich, das selb tuen ich dir.
15 Vnd was wir heiit eyn ander sagen,
Daß sullen wir gütlich verdagen,
Hs. 2,140«= Vnd vnser schuld fürbaß
Gewin nymmer keinen has!
Sie sprach: mocht es stet gesein,
20 Ich sag euch die beicht meyn.
Aber wolt ir die beicht newenVnd mich dor vmb plewenAlle tag eins oder zwir,
Liber ich peicht verpir.
25 Er sprach: fraw, das solt uit sein.
Was du mir sagst in der beicht dein,
Das sol nymmer werden gedachtDie zwu weil, tag vnd nacht.
Zwue zeit zu aller stunt
1. Vgl. fastnachtspiele s. 1432. Gedruckt in kürzerer faßung in HägensGesammtabenteuer 2, 349.