Druckschrift 
Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
Entstehung
Seite
382
Einzelbild herunterladen
 

382

Wan is ist nicht dar uff biiwen,

Uff einen rysenden bösen grünt.

Wo glade wort gant durch den montUnd falschen sin da laßen,

5 Der ist scheffln ußin

Und innewendig wolffes ard.

Wer falsche wip hat liep und zart,

Der sehet sin körn in distel rtich.Untruwe ist ein böser sluch,io Der selde und ere verswendet.

Ein böser sin der schendetZüm aller ersten die ungetrüwen.

Daz sie der dot solde alle bluwen,

Hs. 61,133 Als yeme falschen wibe geschach,

15 Die große untruwe schaden bracht!

Diß get die froraen wibe nit an,

Die da truwe gein trüwe lanUnd erber ard geartet istUnd nicht kan von artes list.

20 Der wünsch ist heil und genen leit,

Die da zuo bosheit sint bereit.

beschirme uns, hiemelische konigin,Vor Sünden, vor schänden und für phinDaz erwirp vür uns din zartes kint25 Fraüwen und mannen und wer sie sint,

Die man in erberlceit siecht!

Frölich kornent für sin gericht,

Welich in trüwen wollen leben,

Den müz du doch din gnade gebin.

30 Erkennen sich mit bichte mit buoß,

Das sie abe weschent der sunden ruoß.Des hilf uns, gecronte hiemel frauwe,Das din gnade uff uns daüweEwiclich an underlaz!

35 wünschent alle mit mir daz!

AmeN.

1. ? niht ze biirwen.