Druckschrift 
Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
Entstehung
Seite
223
Einzelbild herunterladen
 

223

Ir habt mich noch nit gar verschworn.Waz weit ir, welcher bei mir statt.

Ir möchten rieren wol daz kott,

Daz es wurd stincken noch vil mer.

5 Reden mir nit vil an mein eer!

Es ist euch weder schand noch schmach.Fraw, schweigt, ee ich werd reden auch,Waz ich gesehen hab mein tag.

Die fraw sprach pald: du beser sack!io Waz wayst du von mir in der zeitt?

Bald leff sy dar vnd zuckt ain scheittVnd wolt die magt geschlagenn han.

Sy kund ir .manlich widerstanVnd hub sich zu der wasser stang.

15 Daz euch altz vnnglick anegang!

Wölt ir mich dann vmb vnschuld schmehen ?An mir sölt ir euch nit vergehenYnd zwar, ich laß mich auch nit schlachen.Mit diser stang wölt ich euch zwachen,

20 Vnd deuchten ir euch noch so reß.

Zupft euch nun selber bey dem heß!

Nun hin ich worden wol so henVnd waiß ir freylich auch wol zween,

Die euch noch hand gewonett bey.

25 Nun lugent, wa eur ere sey!

Daz euch müeß nymmer liebs geschehen!Kurtzlicken hab ich daz gesehen,

Das ainer schlich auß eurem gadenVnd füel vor tags uauß tibern laden.

30 Ich thätt, als ob ichs nie gesäch.

Ich wolt nit stiften vngemach.

Söllichs verschweigen thett euch wee.

Nun hörtt! ich will euch sagen mee,

Seid ich mich selb an euch soll rechen.

35 Ains mals, da ich das feur wolt trechen,

Da thett ich in die kucken gan.

Do selben fand ich haimlich stan,

Do man die scheütter zamnien ruckt,