Druckschrift 
Erzählungen aus altdeutschen Handschriften
Entstehung
Seite
222
Einzelbild herunterladen
 

Hs. 62,72 AIN SPRUCH VON AINER FRA WENVND IR MAYD, WIE SY MITAINAN-DER KRIEGENN. 1524.

Ainer nacht da gieng ich spatt vom -wein,

5 Ich vnd auch ander gesellen mein,

Vnd hetten glebt on allen haß.

Der ain sagt diß, der ander daz.

Wir stondenn vnter ainer wand.

Do ward vns aubenteür bekandt,

10 Waiß nit, wie es sich hett gefüegt.

Ain fraw mit irer magett kriegt.

Daz hört ich vnd auch ander leutt.

Die fraw trug gen der magt groß neyd.

Sy sprach: du last die buben stan15 Bey dir. daz will ich nymmer han.

Du machst ain kirchtag vnndertt tür,

Ey zaich hin an marckt hin fürVnd laß mich vnbeschissen daVnd treib dein klaffen anderstwa!

20 Villeicht vermaint man, man gieng mir nach.

Dauon empfieng ich schand vnd schmacli.Die magt hett daz für ainen spott.

Fraw, hüettend durch den liehen gott,

Das euch die eere nit gar entfall!

25 Ey, sprach die fraw, du ede kall!

Hab vrlob vnd ganng pald von mir!

Daz will ich gar wol ratten dir,

Oder ich bring dich auß dem hauß.

Dich füertt als nieer der teüfel nauß.

30 Die magt sprach: fraw, lond ah den zorn!