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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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XVIII. Vorlesung. Chronischer Alkoholismus.

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sich, wie hier, ein unheilbarer Schwächezustand*), dessen Eigenartsich noch durch die Erinnerungsfälschungen und die Spuren derNeuritis verrät. Die Behandlung besteht außer in sorgfältiger Pflegein der dauernden Entziehung des Alkohols; in unserem Falle ist siezu spät gekommen.

XVIII. Vorlesung.Chronischer Alkoholismus.

M. H.l Nur in einer verhältnismäßig sehr kleinen Zahl vonFällen sind wir auf dem Gebiete der klinischen Psychiatrie im-stande, uns über die Ursachen der Krankheitserscheinungen eineeinigermaßen zuverlässige Vorstellung zu machen; noch seltenervermögen wir uns über die Art und Weise Rechenschaft zu geben,wie jene Ursachen wirken. Am nächsten sind wir diesem letztenZiele der klinischen Forschung aus erklärlichen Gründen bei denVergiftungen, namentlich bei denjenigen, die uns die täglicheErfahrung recht häufig vor Augen führt. Wir wissen, daß die akuteAlkoholvergiftung in der Hirnrinde leicht nachweisbare Ver-änderungen erzeugt, und daß der Ausdruck dieser Veränderungenim Rausche eine Erschwerung der Auffassung, eine Verflachungdes Gedankenganges, endlich eine Steigerung der psychomotorischenErregbarkeit mit Abnahme der Kraft und Störung der feinerenHerrschaft über die Bewegungen darstellt. Es ist ferner bekannt,daß größere Alkoholgaben noch 24—48 Stunden nachwirkenkönnen, und daß sich bei regelmäßiger Wiederholung der Gabe,bevor die Nachwirkung der früheren geschwunden ist, schon nachwenigen Tagen ein Zustand dauernder Herabsetzung der geistigenArbeitsfähigkeit auf verschiedenen Gebieten einstellt, der sich auchnach dem Aussetzen des Giftes nur sehr allmählich wieder verliert.Diese durch den Versuch gefundenen Tatsachen sind geeignet, unsein gewisses Verständnis für die ersten Anfänge jener geistigen

*) Der Kranke befindet sich seit 5 Jahren völlig unverändert in einerPrivatanstalt.