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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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Verschiedene Formen der Wahnbildung.

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dieser Angelegenheit in Zusammenhang stehen müsse; hohe Damenseien mit hineingezogen worden. Auf zweifelnde Einwände hält ermit voller Bestimmtheit an seinen Angaben fest und bringt immerneue Einzelzüge vor, welche die Zuverlässigkeit seiner Darstellungerhärten sollen.

Dabei läßt sich erkennen, daß wir es hier mit jener eigen-tümlichen Störung zu tun haben, die man als Erinnerungs-fälschungbezeichnet. Dem Kranken tauchen allerlei Bilder auf,die für ihn vollständig die Kennzeichen wirklicher Erinnerungentragen, obgleich ihnen durchaus kein Urbild in der Vergangenheitentspricht. Diese vermeintlichen Erinnerungen besitzen offenbareine große Lebhaftigkeit, denn der Kranke schildert mit denWorten:Ich erinnere mich noch ganz genau alle Einzelheitender von ihm berichteten Erlebnisse, gerade so, wie wir eine Be-gebenheitwiedergeben würden, die sich vor wenigen Tagen ereignethat, die Worte, die dabei gesprochen wurden, die Personen, diezugegen waren, auch ganz unwesentliche Nebendinge, die zur Be-kräftigung der Zuverlässigkeit der übrigen Züge dienen können.Je mehr man mit ihm darüber spricht, desto eingehender werdenseine Erzählungen; es fallen ihm immer neue Einzelheiten ein.Bezeichnender Weise gesteht er dabei selbst zu, daß er an die ganzeSache bis jetztnie wieder gedacht habe, bis sie ihm plötzlicheingefallen sei. So erinnert er sich fälschlich, daß ihm eine bereitsvon mehreren, namentlich angeführten Richtern UnterzeichneteScheidungsurkunde zur Unterschrift vorgelegt wurde. Bestimmtgenannte Personen waren als Zeugen zugegen. Zugleich wurdeihm die Verpflichtung auferlegt, jeden brieflichen Verkehr mit seinerFrau abzubrechen, was er auf Grund dieser Erinnerungsfälschungohne sonstigen Anlaß eine Zeitlang wirklich tat.

Bringt man den Kranken auf sein früheres Leben, so erzählter mit vollster Überzeugung eine Menge von höchst merkwürdigenErlebnissen, Überfällen, die auf ihn ausgeführt wurden, kleinenHeldentaten, sonderbaren Begegnungen, die sämtlich auf dem Wegeder Erinnerungsfälschung entstanden sind. Es ist daher ganz un-möglich, aus seinen Darstellungen ein irgendwie zutreffendes Bildseines wirklichen Lebens zu erhalten. Dazu kommt, daß diese Er-zählungen nichts weniger als gleichförmig, sondern vielfachemWechsel unterworfen sind, da immerfort neue Züge auftauchen,