XVII. Vorlesung. Verschiedene Formen der Wahnbildung.
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die Kranken werden stumpf und gleichgültig"'). Gar nicht seltenwerden die Wahnideen sogar einfach vergessen. Den Endzustandkann dann ein ganz einfacher Schwachsinn bilden, wie wir ihn auchsonst als Abschluß der Dementia praecox beobachten, ein Ausgang,der bei der eigentlichen Paranoia niemals eintritt. Namentlich Be-obachtungen dieser letzten Art sind es gewesen, die mich zu derÜberzeugung geführt haben, daß auch die mit dauernden Wahnvor-stellungen einhergehenden Schwachsinnsformen nicht der Paranoiaangehören, sondern in näherer Verwandtschaft zur Dementia prae-cox stehen. Wo und wie dann einmal die Grenzen auf diesemletzteren, übergroßen Gebiete abzustecken sein werden, muß dieZukunft lehren.
XVII. Vorlesung.
Verschiedene Formen der Wahnbildung.
M. H.l Indem wir heute unsere Besprechung der klinischenund diagnostischen Bedeutung der Wahnbildungen fortsetzen, zeigeich Ihnen zunächst einen 47 jährigen Schlosser, der sich seit4 Monaten in der Klinik befindet. Der Kranke ist besonnen, überseine Umgebung und annähernd auch über die Zeit orientiert. Ergibt an, daß er vor 5 Jahren nach Influenza mit Schmerzen imKreuz und Spannung um den Leib herum erkrankt sei; die Nervenwaren so angestrengt, daß er nicht gut mehr gehen konnte. Außer-dem litt er an Verstopfung, und der Urin blieb ein paarmalstecken. Geisteskrank sei er nicht, nur „etwas rappelköpfig“. Vonseiner Frau wolle er sich scheiden lassen, da er sich mit ihr nichtmehr vertragen könne. Seitdem er nicht mehr arbeiten konnte,sei er ihr lästig geworden; er habe dann gehört, wie sie sagte,er sei ein Lump; sie wolle lieber gar keinen Mann. Alles habesie verkauft oder versetzen lassen, sich mit dem Hausherrn überihn unterhalten und geäußert: „Wir hätten ihn schön holen
*) Die Kranke befindet sich seit etwa 5 Jahren in einer Pflegeanstalt, istfaselig, manieriert, negativistisch, äußert die alten Beeinträchtigungsideen.