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XVI. Vorlesung.
den Wortspielen, bricht der Kranke in ein kicherndes Lachen'aus.In seinem Benehmen zeigt er keine auffallende Erregung; seine Be-wegungen sind gespreizt und geziert.
Die Diagnose des vorliegenden Falles wird sich in erster Linieauf die eigentümlichen Störungen des Handelns zu stützen haben,auf die Manieren, die Wortspielereien, die Andeutungen vonNegativismus, fernerauf die gemütliche Gleichgültigkeitbei voller Besonnenheit. Der Kranke hält sich nicht für krank,bleibt aber ohne Widerstreben hier, macht sich keine Sorgen, ent-wirft keine Pläne für die Zukunft, äußert keine Wünsche. DiesesBild ist uns von früher her als Erscheinungsform der Dementiapraecox wohlbekannt. Was denZustand hier fremdartig erscheinenläßt, sind einerseits das Fehlen stärkerer Erregung, andererseits diewahnhafte Personenverkennung und die in voller Ruhe vorgebrach-ten Größenideen. Daß jedoch diese Abweichungen von den früherbetrachteten Bildern für die klinische Auffassung des Zustandesnicht wesentlich sind, wird Ihnen sofort klar werden, wenn wir dieEntwicklung des vorliegenden Falles verfolgen.
Der Kranke stammt angeblich aus gesunder Familie, hat in derSchule gut gelernt, war immer ernst und gewissenhaft, diente alsEinjähriger. Schon vor 3 Jahren klagte er, daß er zitterig und auf-geregt sei, nicht mehr wie sonst arbeiten könne. Nachdem er danneinige Zeit besonders lebhaft und unternehmungslustig gewesenwar, trat vor 5 / 4 Jahren eine deutliche trübe Verstimmung hervor.Der Kranke wurde schlaflos, klagte über Schmerzen im Hinterkopfe,fühlte sich arbeitsunfähig, dumm, hatte keine Lust zum Geschäft,spielte teilnahmlos an den Fingern herum, lag tagelang zu Bett,meinte, er habe das Vertrauen seines Prinzipals mißbraucht, etwasunterschlagen. So kam er in die Klinik. Hier fiel die gemütlicheStumpfheit bei guter Auffassung und völliger Klarheit auf. Sehrbald versank der Kranke in Stupor, wurde stumm, zeigte Befehls-automatie abwechselnd mit Negativismus und masturbierte stark.Er fürchtete, daß die Franzosen kämen, daß Messer gewetzt, Leuteumgebracht würden, hörte drohende Stimmen, fühlte Elektrizitätim Bette, wollte sterben und aß fast nichts; bei Besuchen war ervöllig gleichgültig. Nur ganz langsam wurde er wieder etwas leb-hafter, stand aus dem Bette auf, folgte dem Arzte im Hemde, aller-dings ohne zu sprechen, murmelte höchstens leise vor sich hin oder